Review

Wieder so ein Beitrag aus dem deutschen Amateurbereich, der eigentlich nur durch ein gewisses Maß an Alkohol oder sonstigen Drogen zur Toleranz des Geschehens beiträgt.
Dann allerdings kann man zeitweise seinen Spaß haben und sich sogar in die Situation der Laiendarsteller hineinversetzen.

Der Film mit dem zungenbrecherischen Titel liefert Zombietreiben im klassischen Sinne, gut abgekupfert, aber nie bis zum Abwinken geklaut.
Was soll man denn mit Zombies auch noch anstellen, wenn klassische Herangehensweisen durch Leute wie Romero und Argento bereits abgedeckt sind und das Budget ohnehin keine
großen Abweichungen von den Classics zulässt?

So sitzen ein paar Jugendliche in einer Besserungsanstalt, ein Fass mit Gift läuft aus, dringt ins Grundwasser des Ortes und die Leute mutieren zu Zombies. Personen aus der Anstalt verteidigen sich fortan gegen ein paar Untote.

Der Streifen gibt sich locker und nimmt sich zu keiner Zeit ernst, allerdings driftet er mit seinem Humor auch nie in Troma-Gefilde ab.
Zahlreiche Anspielungen auf „Dawn of the dead“ finden ebenso Verwendung, wie eine komplette Überzeichnung der Charaktere. Da gibt es einen „Drill-Aufseher“, der häufig in der Froschperspektive zu sehen ist, knallharte Reden schwingt und im Kampf gegen die Zombies scheinbar immer den Überblick behält. Bezeichnenderweise heißt der Mann „Steiner“.
Dazu kommen ein Karatekämpfer, ein Filmfreak, ein Mad Scientist und ein Drogenaugust.
Nur die Hauptfigur bleibt etwas blass und sorgt besonders zu Beginn für ein paar unergiebige Szenen, mit einem Candle-Light-Dinner als Tagtraum und einer Liebesszene, die zur falschen Zeit in die Handlung eingeflochten wurde.

Besonders hervorzuheben ist der musikalische Einsatz, der eine breite Palette an gut arrangierten Themen aufweist. Positiv auffallend ist die Intonation der „Goblin“ – Themen, aber auch eine kurze Tanzpassage, die auf Paul Hardcastles „19“ basiert.

Leider bietet der Film nicht das erwünschte Splatterfest, die Zombies treten erst spät in Erscheinung und bis auf einen Spaten im Schädel, dem Ergebnis eines Kopfschusses und eine Bauch-Aufmach-Szene gibt es nicht viel mehr zu bestaunen. Die Effekte bieten aber solide Schauwerte und sind für den Amateurbereich eher überdurchschnittlich.

Absolut unterdurchschnittlich ist jedoch die handwerkliche Zusammenführung des Bildmaterials.
Oft sind die Schnitte grob, Szenen enden häufig mit einem „Plock“ am Mikro, diesem laienhaften „So, die Szene ist im Kasten“ – Geräusch.
Zudem wird ins Gegenlicht gefilmt und auch die Tonqualität schwankt gewaltig.
Teilweise wirkt der Film diesbezüglich wie ein unbearbeitetes Hobbyvideo aus dem Urlaub und trübt den Spaß insgesamt doch sehr.

Ähnliches gilt für die Darsteller, die natürlich ausschließlich aus dem Bekanntenkreis der Macher gecastet wurden.
Hier wirken einige Leute furchtbar unbeholfen, wie die weibliche Heimleitung und wieder andere sehen einfach zu häufig direkt in die Kamera. Auf der anderen Seite erhöhen diese Kleinigkeiten den Spaßfaktor ein wenig.

Ein paar Lichtblicke bietet der Untotenspaß aber dennoch, denn es darf mit einer Kettensäge herumgefuchtelt werden, der Mad Scientist kümmert sich um einen festgeschnallten Zombie und die Araber, die das Giftfass verlieren, grummeln ein unverständliches Zeug vor sich hin, - nur keine Sprache.

Wer also Filme wie Bethmanns „Tanz der Kürbisköpfe“ schon super fand, kann hier eventuell abfeiern. Für mich ist das Endprodukt jedoch etwas zu laienhaft und man hat zu oft das Gefühl, dass man es mit zusammengewürfeltem Rohmaterial zu tun hat.
Da ist meine Toleranz gegenüber Amateurproduktionen doch ein wenig begrenzt.
5 von 10 Punkten

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