Review

Nach einem schweren Unfall beschließt die allein erziehende Kuki diesen gravierenden Einschnitt in ihr Leben als Chance zu nutzen, um eben dieses grundlegend zu verändern. Statt Seriosität bevorzugt sie fortan das vermeintliche laissez-faire, das sie in Paolo zu finden glaubt. Schnell heiratet sie diesen Abenteurer und Träumer und folgt ihm nach Kenya an den Fuße des Kilimandscharo, um dort mit ihm und Sohn Emanuele ein neues Leben zu beginnen. Schnell freundet sie sich mit dem afrikanischen Alltag, Land und Leuten an.

Die Macher setzen von der ersten bis zur letzten Minute auf Herzschmerz, epische Dialoge, tränenfördernde Bilder und Stimmungen - alles mit entsprechend getragener Musik unterlegt. Da greift "Frau" schnell zum Taschentuch und "man" schielt zur Fernbedienung zwecks Sehnsucht nach Fußball.

Die Handlung ist rasch erzählt mangels tiefgründiger Story. Darum geht es hier auch nicht wirklich. Der Film lebt von den Farben, Bildern, Tönen. Von tränenschwangeren Szenen, bunten Kleidern an schönen Menschen vor Ansichtskarten-Landschaft, Gefühlen, Gefühlen und Gefühlen. Kim Basinger ist geradezu prädestiniert um in diesem Rosemarie-Pilcher-Klon ("Du musst weggehen, damit Du zurückkehren kannst") ausdrucksstark und emotional zu agieren.

Der Film läßt das Herz eines jeden Afrikafreundes höher schlagen und tatsächlich von Afrika träumen: Tiere und jede Menge Landschaft in der Gegend. Ansonsten hat der Film stellenweise zu viel einer Karen-Blixen-Kopie an sich und Diashow-nach-dem-Urlaub-Ambiente. Die ganze Romantik und Tragik, die ganzen Schicksalsschläge von Drehbuchautoren mühselig zusammengetragen - irgendwann wird es einem einfach zuviel, der Film schlägt wenig handlungsfördernd um ins unpassende Hausfrauenfilm-Genre.

Diese beiden Klientel soll er wohl auch ansprechen. Ich zähle mich zu den Kenyafreunden und schlussfolgere: Der Film ist eher was für Special-Interest-Liebhaber, für den Allgemeinzuschauer wohl überwiegend langweilig.

(5/10)

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