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Ex-Agent William Lancing hat sich eine Hütte im Wald gekauft. Dort möchte er gemütlich seinen Ruhestand verbringen und nach den Tieren im Wald Ausschau halten. Damit er nicht komplett vor Langeweile verödet, hegt er regelmäßigen Briefkontakt zu einem polnischen Waisenmädchen. Als er dieses eines Tages besuchen möchte, ist sie plötzlich verschwunden. Mit Hilfe einer Polizistin und eines kleinen Jungen des Waisenhauses findet er heraus, dass Irina - wie viele andere Waisenkinder auch - skrupellosen Menschenhändlern zum Opfer gefallen ist. Nun setzt er alles daran, die Verbrecher zu Strecke zu bringen.
Nachdem wohl offensichtlich bereits jeder Baum von ihm gerettet wurde, entdeckt Seagal nun sein Herz für Kinder. Nachdem er noch schnell einem Greifvogel die Pfote geschient und einen merkwürdigen Brief erhalten hat, das seine junge Brieffreundin ihm nicht mehr schreiben kann, gehts mit dem nächsten Flieger nach Warschau um dort mal nach dem rechten zu sehen. Als er dort auf die Spur eines Mädchenhändlerrings kommt, sind eigentlich alle Zutaten für einen zünftigen DTV Klopper eingekauft und die Show kann losgehen.
Aber irgendwie hat jemand vergessen dem guten Steven daran zu erinnern, das er ein Actionstar ist und seine Fans genau jenes von ihm auch erwarten. Die Suche nach seiner vermißten Freundin verläuft nämlich leider irgendwo zwischen geruhsam und langweilig ab. Ab und an wird die weitgehend ereignislose Suche durch kleinere Kloppereien aufgelockert, jedoch sind diese dermaßen durch hektische Schneiderei verhunzt, das man sie kaum noch als solche bezeichnen kann. Stattdessen freundet er sich lieber mit einem irgendwie debil wirkenden Rotzlöffel und einer polnischen Polizistin an, anstatt wie immer dahin zu gehen wo es wehtut und den Bösen Mores zu lehren.
Das ganze ist zudem noch schlecht erzählt, alles wirkt irgendwie mit Gewalt zusammenkonstruiert. Ein richtiger Fluß kommt in die Geschichte gar nicht rein, gepaart auch noch mit völliger Unlogik, wenn Lancing aus dem Stehgreif das richtige Passwort für einen Polizeicomputer errät, oder wichtige Zeugen davonkrauchen läßt um der Bullizistin eine harmlose Schußwunde zu versorgen. Ebenfalls schwach fiel der Showdown aus, das beide Beteiligten mit einem Schwert nicht viel anzufangen wissen ist offensichtlich, aber dann dieser sekundenkurze Kampf ist wirklich kein würdiger Abschluß.
Out of Reach ist kein guter Seagal, immerhin macht er auf seiner großen Osteuropatour mal in Polen einen Stop, so daß wir die dortigen schönen Locations bewundern dürfen, aber irgendwie fehlt das Fleisch in der Suppe. Mehr als eine längere blutige Schießerei ist im Grunde nicht zu vermelden und das reicht für einen Actionfilm einfach nicht aus und seine Figurprobleme kann Seagal auch nicht mehr durch übergroße Mäntel verbergen. Eindeutig eines seiner schwächeren Werke.
4/10

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