Review

Melancholie, genannt Melly, wird gleich am Anfang in ihrem Haus überfallen und vergewaltigt. In ihrer Not erschießt sie den Mann und wirft ihn ins Meer. Das Vorkommnis verschweigt sie allen, sogar ihrer Mutter und ihrem Mann.
Am nächsten Tag taucht ein mysteriöser Fremder auf, der auf der Suche nach dem Mann zu sein scheint. Auch hat er eine Ahnung, dass Melly etwas mit dem Verschwinden des Mannes zu tun hat.
Melly versucht nun, vor ihrem Mann geheim haltend, den Fremden zu überzeugen, dass sie nichts mit dem verschwundenen Mann zu tun hat, dabei den Verdacht gegen sich immer mehr verstärkend.
Als ihr Mann - ein Berufspilot - wieder seinen Beruf ausüben geht, eskaliert die Situation und Melly und der Fremde befinden sich in einem gnadenlosen, zermürbenden Psychoduell, in welchem der Fremde immer die Hand an den Zügeln zu haben scheint.
An Intensität und Intimität ist dieses Psychoduell kaum mehr zu überbieten und Melly scheint daran zerbrechen zu können.

Bronson spielt seine mysteriöse Rolle in einer unglaublich männlichen Art und Weise, gepaart mit einer Schnoddrig- und gefühlten Kaltschnäuzigkeit, die einem schaudern lassen kann.
Doch die wahre Entdeckung des Films ist die fast schon perfekt spielende Marlene Jobert, der man die Zerbrechlichkeit einfach zu gerne abkäuft.
Und es ist daher auch bewundernswert und erstaunlich zugleich, als wie stark sie sich letztendlich entpuppt.
So kommt die Entwicklung des Charakters von Bronson vielleicht für ihn überraschend - ich verweise hier mal auf das grandiose Ende mit den Walnüssen und der Fensterscheibe - nicht aber für den Zuschauer, zumindest nicht wirklich.

Die Inszenierung ist wunderschön gehalten und man wünscht dem Film eigentlich, dass ihn schon mehr Leute kennen und er nicht dauernd im spätesten Nachtprogramm auf ZDF läuft, denn er hat schon mehr verdient.
Irre spannend, teils schön melancholisch, teils verstörend intensiv, teils mit überraschenden Wendungen.

8 Punkte

Details
Ähnliche Filme