„Mein Leben hat alle Farbe verloren...“
Nach nur zwei Zeichentrick-Kurzfilm-Auftritten meldete der adipöse Stubentiger bereits Urlaubsbedarf an: „Garfield macht Ferien“ alias „Garfield in der Wildnis“ wurde wie gewohnt von Garfields Zeichner Jim Davis geschrieben für den US-Fernsehsender CBS unter der Regie Phil Romans produziert. Die Erstausstrahlung erfolgte am 26. Oktober 1984.
Garfield und Jon sind vom Alltagstrott völlig angeödet und schleppen sich mehr schlecht als recht saft- und kraftlos durch den Tag. Daher beschließen sie, gemeinsam Urlaub zu machen. Familienhund Odie ist natürlich auch dabei. Zu Garfields Enttäuschung will Jon campen, und als wäre das noch nicht unkomfortabel genug, treibt auch noch ein entlaufener Panther ausgerechnet dort sein Unwesen, wo Jon sein winziges Zelt inmitten der Natur aufgeschlagen hat…
Der Prolog ist komplett farbentsättigt; erst mit dem Vorspann – nachdem der Entschluss, Urlaub zu machen, gefasst wurde – hält die gewohnt bunte Funny-Comic-Farbe Einzug. Garfield malt sich visualisiert verschiedene Urlaubsziele aus, wodurch wir ihn in den verschiedensten Urlaubs-Outfits zu sehen bekommen. Durch Jons Campingpläne erweisen sich diese Tagträume jedoch schnell als Schäume. Vor Ort wird das Camping auf die Schippe genommen, wobei Jon die Rolle des naiven Optimisten zuteilwird, Garfield die des Dauernörglers und Odie, nun ja, der freut sich eben immer über alles.
Garfield lernt nach der Warnung vor dem Panther zunächst ein Karnickel und einen Biber kennen, dann aber leider auch besagte Wildkatze. Darauf hätte er verzichten können, denn diese greift tatsächlich an. Als einzige wurde sie nicht im karikierenden Funny-Stil gezeichnet, um die Ernsthaftigkeit der Gefahr, die von ihr ausgeht, herauszustellen. Natürlich geht das Abenteuer gut aus; der Weg zum Happy End dieses 24-Minüters ist gespickt mit diversen Musikeinlagen (die für die deutsche Fassung unübersetzt blieben). So singt Jon bereits auf der Hinfahrt ein Lied, das zum Duett mit Garfield gerät und nach der Ankunft fortgesetzt wird, abends am Lagerfeuer schmettert Jon eine Country-Nummer usw.
Das ist alles nett gemacht, familientauglich sowieso und kurzweilig unterhaltsam, die emotionale Tiefe der beiden vorausgegangenen Kurzfilme geht „Garfield macht Ferien“ jedoch ab.