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„I like babes and bullets!”

„Babes and Bullets“ ist eine der in der Comicverfilmung „Garfield: His 9 Lives“ unberücksichtigt gebliebene Geschichte aus dem gleichnamigen Buch, geschrieben von Ron Tuthill und gezeichnet von Kevin Campbell. Garfield-Erfinder und -Zeichner Jim David adaptierte diese als Drehbuch für einen weiteren eigenständigen Garfield-Zeichentrickkurzfilm, den wie üblich Phil Roman inszenierte: Der 24-minütige „Garfield's Babes and Bullets“, eine humorige Hommage an bzw. Parodie auf die Film-noir-Hardboiled-Detectives der 1940er Jahre, wurde im Mai 1989 im US-Fernsehsender CBS erstausgestrahlt.

Garfield ist langweilig, als er einen Trenchcoat und einen Hut findet. Als er in den Mantel schlüpft und sich die Kopfbedeckung aufsetzt, wird das Bild schwarzweiß und fantasiert sich Garfield in eine Rolle als Privatdetektiv Sam Spayed, angelehnt an Humphrey Bogarts Rolle als Sam Spade in „Die Spur des Falken“.

Und so trifft Garfield denn hier auch auf eine Femme fatale, während er zugleich als Off-Erzähler im Präteritum fungiert und von ebendort eine saxofonlastige musikalische Untermalung ertönt. In seinem Büro hängt ein Fahndungsplakat, das sein Herrchen Jon Arbuckle zeigt, und Hündchen Odie hat eine kleine Nebenrolle inne.

Das ist ausgesprochen nett gemacht, wenngleich sich mir im US-Original ohne Untertitel die – dem Hommagen-Aspekt sicherlich untergeordnete – Handlung nicht ganz erschloss. Eine deutsche Fassung ist leider derzeit nicht aufzutreiben, obwohl Anfang der 1990er als „Schöne Frauen und blaue Bohnen“ auf Sat.1 gesendet. Klar ist aber, dass der üblicherweise recht harte Noir-Stoff hier auf Familientauglichkeit zurechtgestutzt wurde, dadurch interessanterweise für die jüngsten Zuschauerinnen und Zuschauer aber womöglich die erste Konfrontation mit jener Filmgattung bedeutete.

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