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Mit „Garfield Gets a Life“ (im Deutschen: „Garfield – So gewinnt man Frauen“, nur auf VHS erschienen und leider nirgends mehr erhältlich) endete nach zehn Jahren die für den US-Fernsehsender CBS produzierte Zeichentrick-Kurzfilmreihe um Jim Davis‘ Comic-Kater Garfield. Die Erstausstrahlung des rund 22-minütigen Films erfolgte am 8. Mai 1991. Die Inszenierung übernahm diesmal John Sparey anstelle Phil Romans.

Der Prolog zeigt Jon zusammen mit Garfield und Hündchen Odie beim Frühstück, und zumindest Jon und Garfield sind enorm angeödet. Man beschließt, endlich eine Frau im Haus zu benötigen, woraufhin Garfield einen Ratgeber aus Jons Bücherregal fischt und Jon erfolglos die verschiedenen empfohlenen Orte zum Frauenkennenlernen abgrast. Schließlich meldet er sich bei der „Lorenzo School for the Personality Impaired“ an, wo er Mona kennenlernt, die sich auch für ihn interessiert…

Wie Garfield sich gelangweilt, aber auch nicht willens, sich mehr zu bewegen als nötig durchs Fernsehprogramm zappt, hat schon etwas Mediensatirisches, zumal Fernsehbild-Realaufnahmen untergemischt werden. Vornehmlich dreht es sich in diesem Falle aber um den Junggesellen Jon, dessen Partnersuche zu einem lustigen, cartoonesk überzeichneten Ritt quer durch Dating-Klischees gerät. Die Musik mit exklusiven Stücken B.B. Kings („Monday Morning Blues (Blues for Mr. G)“) und der Temptations („Shake Your Paw“) ist hochkarätig, Zeichnungen und Animationen im gewohnt liebevollen Funny-Stil und das Tempo hoch.

Im Finale steht jedoch ein Konflikt, strenggenommen sogar zwei: Garfield wird eifersüchtig und hadert damit, dass Jon plötzlich liiert sein soll, woraufhin sich indes herausstellt, dass Mona eine Katzenhaar-Allergie hat und ein Zusammenleben somit nicht möglich wäre. Jon entscheidet sich ohne lange zu überlegen für seinen gefräßigen Stubentiger, bleibt aber mit Mona befreundet. Einerseits skizziert dies die irrationale Liebe von Menschen zu ihren Haustieren, andererseits wird der eigentliche Konflikt umgangen bzw. gar nicht erst als ein solcher thematisiert. Das ist etwas arg gefällig. Hätte man diesem letzten Kurzfilm zwei bis drei Minuten mehr spendiert, hätte man aus der Prämisse noch etwas mehr herausholen können.

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