"Wir können nur unsere Felder bestellen und ernten. Aber Menschen töten können wir nicht."
Ein kleines, mexikanisches Dorf wird regelmäßig von Banditen heimgesucht und einem Teil seiner Ernte sowie Wertsachen beraubt. Der Anführer Calvera (Eli Wallach) lässt den Bewohnern nur so viel, dass es zum überleben reicht. Eines Tages reicht es den dort lebenden Farmern allerdings. Aufgrund ihrer fehlenden Kampferfahrung und missenden Gewehren nehmen sie in einer Grenzstadt zu den USA Kontakt zu den Revolvermännern Chris Adams (Yul Brunner) und Vin (Steve McQueen) auf. Trotz der geringen Bezahlung akzeptieren die beiden den Job und verbünden sich mit Bernardo O'Reilly (Charles Bronson), Britt (James Coburn), Lee (Robert Vaughn), Harry Luck (Brad Dexter) sowie dem Jungspund Chico (Horst Buchholtz), um gegen die zahlenmäßig überlegenden Banditen anzutreten.
Angelehnt an "Die sieben Samurai" entstand ein Western, der prägend für das Genre wurde und als Klassiker gilt. "Die glorreichen Sieben" enthält im Gegensatz zu vielen anderen Western so manche Wendung, ist starbesetzt und bietet kein wirkliches Happy End. Allerdings auch eine sehr grobe Figurenzeichnung sowie erzählerische Längen.
In "Die glorreichen Sieben" neigt sich die Zeit der Revolverhelden dem Ende zu. Das Militär übernimmt stückweise die federführende Hand der einzelgängerischen Exekutive. Abgebrannt und ohne wirkliche Bestimmung findet sich in diesem Western eine Schar gebrochener Helden zusammen, die sich ein bürgerliches Leben kaum vorstellen kann, aber auch in ihrer bisherigen Funktion keine Erfüllung findet. Neben dieser sehr eindeutigen Umschreibung erhalten die sich in ihrer Art sehr unterscheidenden Charaktere allerdings keine nachvollziehbare Motivation das zu tun, was sie letztendlich tun.
Zu einer glaubhaften und gelungen eingefangenen Kulisse ergießt sich eine schlichte Rahmenhandlung, die immer wieder Vergleiche zwischen Farmer und Revolverhelden zieht. Unüberlegte Nebenhandlungen bringen den Film nicht vorwärts, inkludieren stattdessen Klischees. Gerade nach der Einführung aller Figuren wirkt der Western dadurch sehr statisch und langwierig.
Die überwiegend kurzen Schießereien sind zwar abwechslungsreich, es fehlt ihnen allerdings an inszenatorischer Wucht und Härte. Erst das Finale kann diese Mängel annähernd abstreifen und zu einer unverkennbaren, musikalischen Untermalung eine beklemmende, raue Atmosphäre herstellen. Ganz so deftig wie die späteren Western von Sergio Leone wird "Die glorreichen Sieben", trotz der ähnlich trockenen Präsentation, jedoch nie.
Der Film ist mit Stars gespickt und Dank Yul Brynner ("Die zehn Gebote"), Eli Wallach ("Zwei glorreiche Halunken"), Horst Bucholz ("Himmel ohne Sterne"), Steve McQueen ("Papillon"), Charles Bronson ("Ein Mann sieht rot"), Robert Vaughn ("Flammendes Inferno") und James Coburn ("Blaze of Glory") mit charismatisch rauen Gesichtern besetzt. Durch die hohe Anzahl an Charakteren und der unausgeglichenen Präsenz, fallen jedoch nicht alle gleichermaßen auf.
"Die glorreichen Sieben" ist ein ordentlicher Western, dem es eindeutig am Feintuning fehlt. Die Vielschichtigkeit der Figuren wird nicht ausgereizt, unpassende Erzählstränge bremsen die Spannungskurve aus. Der Klassiker wirkt angestaubt, gerade im Vergleich zu später erschienen Western mit vergleichbar trockener Stimmung. Atmosphärisch und darstellerisch funktioniert der Film allerdings bestens. Knappe ...
7 / 10