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Snuff-Movies sind nach wie vor eins der ganz großen Mysterien im Porno-Business. Nur auf den schwärzesten der schwarzen Underground-Märkte zu haben, ist die Frage ob es Snuff wirklich gibt oder nicht, immer noch ungeklärt. Offiziell gelten jedenfalls alle Snuff-Movies nach wie vor als gefaket und man kann als geistig gesunder Mensch auch nur hoffen, dass dem wirklich so ist. Nichts desto Trotz interessiert sich aber auch die "normale" Filmbranche für die Snuff-Thematik. Im Jahre 1999 sollte Joel Schumacher, zusammen mit seinem Hauptdarsteller Nicolas Cage, ein recht beeindruckendes Werk zur Thematik beitragen. Und nun, einige Jahre später, macht sich auch Italiens Skandalregisseur Bruno Mattei daran, dieses Thema aufzugreifen. Leider aber ist sein Werk alles andere als gelungen, wenn auch unterm Strich vielleicht nicht ganz so extrem mies, wie von vielen Seiten behauptet.

Denn zumindest was die Story angeht, kann "Snuff Trap" durchaus interessieren, wenn auch die Abkupferung vom Cage-Thriller allgegenwärtig ist. Dieses mal macht sich eine Frau auf ihre Tochter zu finden, die anscheinend windigen Snuff-Produzenten in die Hände gefallen ist. Auf ihrer Suche dringt sie dabei immer tiefer in die widerwärtige Welt voller Brutalitäten, Abartigkeiten und Sadismen ein, bis sie kaum noch einen Ausweg aus diesem Strudel findet... Auch wenn das Drehbuch alles in allem sicher keine Hollywood-Standards erfüllt, so kann es doch mit einigen recht interessant gestrickten Details aufwarten. Die Handlung besitzt durchaus einige Anflüge von Spannung und einzelne (wenn auch meist recht vorhersehbare) Wendungen sind auch vorhanden. Vieles wurde zwar, zugegeben, bei "8MM" geklaut, doch nicht immer ging dieser Klau in die Hose, auch wenn natürlich alles fernab jedweder Logik ist und Tiefgang nicht einmal mit der Lupe zu finden ist.

Sehr auffällig ist zudem der recht hohe Härtegrad, mit dem Mattei die einzelnen Stationen der "Snuff-Tour" der Hauptfigur durchsetzt. Wie in den grausamen und unmenschlichen Porno-Folter-Filmchen wohl leider üblich, so versetzt Mattei diese auch hier vorhandenen (wenn auch in keinster Weise pornographischen) Szenen mit sehr viel Härte um. Frauen werden hier gepeitscht und erniedrigt, es fließt viel Blut und einige Frauen müssen auch ihr Leben lassen. Zwar wird auf eine (sowieso völlig unnötige) Detailgenauigkeit Gott sei Dank verzichtet, doch ins Gehirn brennen sich einem diese, alles in allem doch recht widerwärtigen, Szenen dennoch locker ein. Freunde von Frauenfolter-Filmen alle Jess Franco haben hier sicherlich ihre (fragwürdige) Freude.

Schade nur das die Inszenierung und Umsetzung des Ganzen dann so derartig dillethantisch ausgefallen ist und selbst alle Erwartungen, die man an Mattei nach Filmen wie "Nero und die Huren des römischen Reiches" oder "The Beast - Unheimliche Tiefe" wohl haben dürfte, noch unterbietet. Grausige, eintönige Kulissen, eine unglaublich schlechte Ausleuchtung der Sets, sowie eine Cutter-Arbeit der wirklich einfälligsten Sorte, stoßen selbst dem abgebrühtesten Trash-Freak übel auf. Untermahlen von einem Score der so abartig eintönig und schauderhaft klingt, dass man am liebsten gleich ganz den Ton wegdrehen möchte. Selbst wenn man es hier mit einem waschechten Amateurfilm zu tun hätte, würden einem diese Details negativ auffallen. Doch von einem Regisseur, der ja nun doch schon einige (zugegeben zweifelhafte) Filme in seinem Leben gemacht hat, hätte man wohl ein wenig mehr erwarten dürfen.

Noch grausiger als die Inszenierung sind aber die "Darsteller", die ich hier ganz bewusst in Anführungsstriche gesetzt habe. Mein Gott, ich habe ja schon wirklich viel gesehen, doch was Mattei hier für eine Riege an Stümpern zusammengekratzt hat, ist nun wirklich kaum noch zu glauben. Egal ob es Hauptdarstellerin Carla Solaro ist, die die ganze Zeit so dreinguckt, als hätte sie sich gerade mal wieder in die Hose gemacht hat oder all ihre männlichen Kollegen, wirklich jeder ist hier unter aller Sau und schlimmer als die Darsteller in den meisten Amateurfilmen. Furchtbarer Höhepunkt ist dabei allerdings Anita Auer als Dr. Hades, bei der man nun wirklich nicht mehr sicher ist, ob man darüber dreckig lachen oder laut losheulen soll. Einfach nur ganz ganz schlimm das Ganze!

Und als wäre das alles nicht schon schlimm genug, so dürfen wir Deutschen uns zudem noch über eine Synchro ärgern, die ebenfalls allen Erwartungen spottet und mal wieder über dürftigstes Porno-Niveau nicht heraus kommt. Ich bin zwar sonst nicht allzu kritisch was Synchros angeht, doch die Synchro zu "Snuff Trap" passt sich den Darstellerleistungen hier wirklich zu jedem Zeitpunkt an und das im Negativen Sinne. Trauriger Höhepunkt ist auch hier wieder Anita Auer, die von einer Stimme gesprochen wird, die wirklich jenseits von alle dem ist, was man auch nur im entferntesten als wenigstens unterdurchschnittlich bezeichnen würde. Auf meiner persönlichen Top 10-Liste der beschissensten Synchros aller Zeiten, nimmt "Snuff Trap" jedenfalls einen der vordersten Ränge ein.

Fazit: "Snuff Trap" hat eigentlich eine recht ansprechende Story zu bieten, die durchaus für Spannung und interessanten Filmstoff der härteren Gangart gut wäre. Doch mit seiner hundsgemein schlechten Inszenierung, sowie Darstellerleistungen der wirklich allerschlechtesten Sorte, geht einem der Streifen dennoch letztendlich vollkommen am Arsch vorbei. Wie es besser geht hat man uns vor Jahren mit "8 MM" bewiesen und somit bleibt "Snuff Trap" dennoch nur all jenen, eingeschränkt, zu empfehlen, die sich für die Thematik interessieren oder von dem Regisseur Fans sind (gibt es die wirklich?). Ansonsten kann man auch diesen Streifen locker, in den Regalen der Videotheken, verrotten lassen.

Wertung: 3,5+/10 Punkte

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