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Nicole Kidman spielt eine Karrierefrau, die von Manhatten mit ihrem Mann, gespielt von Matthew Broderick, in den noblen Vorort Stepford zieht. Dort bemerkt sie, dass alle Frauen in Stepford willenlose Persönlichkeiten sind, die ihren Männern aufs Wort gehorchen. Schnell findet Kidman heraus, dass den Frauen Chips ins Gehirn implantiert wurden, die diesen den freien Willen rauben, dabei rückt sie jedoch selbst ins Visier der Männer von Stepford, allen voran deren Anführer, gespielt von Christopher Walken.

"Die Frauen von Stepford" ist das Sequel zum 1975 erschienenen "The Stepford Wives", das vor allem durch seine originelle Handlung beeindrucken konnte. Und die Story ist auch diesmal sehr originell und innovativ. "Die Frauen von Stepford" ist ein einzigartiger Genre-Mix aus Fantasy, Komödie, Satire, Sci-fi und Thriller und auf jeden Fall ein netter Versuch, mal was anderes zu probieren. Doch leider scheitert die Story dennoch, da die einzelnen Ansätze schwach verknüpft werden und keiner der Ideen zu Ende gedacht wird. Die Charakterkonstruktion ist dabei, wie bei vielen Satiren, leicht übertrieben, aber alles in allem ausreichend gelungen. Das Thema Gleichberechtigung und Emanzipierung wird dabei zwar relativ zynische behandelt, aber rund 30 Jahre nach dem Original ist diese Fantasy-Satire einfach nicht mehr bissig genug. Darüber hinaus verstrickt sich die Handlung in der zweiten Hälfte immer tiefer in unlogischen und dämlichen Wendungen, sodass dem Film endgültig die Puste ausgeht. Darüber hinaus ist es sehr ärgerlich, dass der Film, gerade als er mit diversen Verschwörungstheorien im Ansatz spannend zu werden scheint, direkt wieder mit einem neuen Ansatz beginnt und wieder komplett ausgebremst wird. Die Story wirkt einfach von vorn bis hinten unvollendet.

Nachdem er bereits viele Komödien wie "In and Out" oder "Bowfingers große Nummer" inszenierte und zuletzt mit "The Score" überaus positiv auffallen konnte, hätte ich von Regisseur Frank Oz wesentlich mehr erwartet, doch auch er trägt seinen Teil zum Scheitern des Projekts "Die Frauen von Stepford" bei. Er setzt den Film sehr bunt und skurril in Szene, übertreibt diese Inszenierung, die stellenweise an Tim Burton erinnert, jedoch, sodass der grelle Mix irgendwann zu nerven beginnt. Obwohl der Film den einen oder anderen Ansatz eines soliden Thrillers beinhaltet, kann er weder eine gespannte Atmosphäre, noch Spannung aufbauen, da er sich zu sehr in seiner überkonstruierten Story verliert und die ganze Zeit über einen Ansatz von Humor halten will. Womit wir beim nächsten Problem wären: Der Film ist einfach nicht lustig, man lacht als Zuschauer nicht einmal. Der Unterhaltungswert ist damit eher mäßig und zum Ende hin, wenn der Film endgültig in die unlogischsten Wendungen abdriftet, langweilt er nur noch.

Nicole Kidman spielt ordentlich und kann gleich in drei Rollen auf einmal beeindrucken, nämlich als Karrierefrau, als paranoides Nervenbündel und als willenlose Persönlichkeit. Sie stellt den Wandel ihrer Figur gut dar und kann nach "The Hours" und "Unterwegs nach Cold Mountain" erneut überzeugen. Matthew Broderick spielt solide und ist einmal mehr in einer relativ gelassenen und sympathischen Rolle zu sehen. Oscar-Preisträger Christopher Walken spielt gewohnt stark und routiniert und ist nach "Batmans Rückkehr", "Gods Army" und "Sleepy Hollow" einmal mehr in einem überaus skurrilen Werk zu sehen. Glenn Close darf mal wieder einen eher zwielichtigen Part spielen und löst die Rolle der willenlosen Hausfrau hervorragend. Der übrige Cast ist ebenfalls gut.

Fazit:
Mit einer kruden Story, die zwar einige gelungene Grundideen hat, aber keine von diesen gut umsetzt und einer skurrilen und langweiligen Inszenierung scheitert "Die Frauen von Stepford" trotz des guten und namenhaften Casts und langweilt über weite Strecken, womit der Film sogar noch hinter sein Original zurückfällt. Nicht sonderlich empfehlenswert.

34%

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