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In "Zwischen Zwölf und Drei" geht es um einen Bankräuber, Graham Dorsey (Charles Bronson) der mit seinen Kumpanen, der "Buck-Bowers-Bande" eine Bank in einem kleinen Ort ausrauben will. Doch eine Nacht vor dem Bankraub träumt er davon, dass der Überfall schief geht und versteckt sich deshalb am nächsten Tag bei der Witwe Amanda Starbuck (Jill Ireland). Durch viele Lügen und seinen Charme verliebt sich diese in ihn, doch während die beiden schöne Stunden verbringen wird der Rest seiner Bande beim Überfall geschnappt. Graham Dorsey erzählt Amanda, dass er seine Freunde retten will, macht sich aber daweile aus dem Staub und hinterlässt Indizien für seinen Tod. Auch Amanda denkt, dass er Tot ist und schreibt ein Buch über ihre Liebe, welches ein Bestseller wird. Dabei geht allerdings etwas die Fantasie mit ihr durch und aus dem schmuddelligen, 1,77 Meter großen Outlaw Graham Dorsey macht sie einen 1,90 Meter großen, galanten Gentleman. Nach einem Jahr kehrt Dorsey zurück in die Stadt, um mit seiner Geliebten nach Boston zu verschwinden. Die Stadt ist inzwischen ein Touristenparadies, welches ganz auf die Liebesgeschichte der beiden ausgelegt ist (inklusive Führung durch das Starbuckanwesen und Theaterstücken der Liebesgeschichte). Keiner, nicht einmal Amanda glauben ihm noch, dass er Dorsey ist, da er mit der Figur aus dem Buch nicht viel gemein hat. Schließlich beweist er Amanda seine Identität, worauf sich diese aus Enttäuschung erschießt. Er wird wenige Tage später in die Anstalt eingeliefert, da ihn alle für verrückt halten. Nur die Irren in der Anstalt erkennen seine wahre Identität....
"From noon till three" ist auf der einen Seite ein Satire auf die Beeinflussbarkeit der Menschen durch die Medien und auf die Legendenbildung anderer Western und andrerseits eine tragische Liebesgeschichte. Man kann den Film in 3 Teile untergliedern: Im ersten Teil findet die eigene Liebesgeschichte zwischen Dorsey und Amanda statt, im zweiten Teil kommt er in die Stadt zurück und versucht Amanda zu beweisen, dass er ihr Geliebter ist. Im letzten Teil, nachdem sie sich erschossen hat, versucht er seine eigene Legende zu zerstören, indem er allen die Wahrheit erzählen will, was aber schiefgeht.
Der erste Teil ist sicher der längste und umfangreichste Teil, und leider etwas langatmig geraten. Nur Bronsons Falschheit und seine andauernden Lügen, um Amanda ins Bett zu kriegen, erhalten die Stimmung aufrecht und sorgen für mehrere Lacher. Seine wahren Stärken entfaltet der Film dann in den letzten beiden Abschnitten, wo der ganze Legendenwahn der Menschen aufs Korn genommen wird und es etliche Situationskomische Szenen gibt, z.B. wenn Dorsey von einem alten Mitglied seiner Bande überfallen wird und dieser ihn nicht wiedererkennt, da er ja überhaupt nicht der Beschreibung des Buches entspricht.
Die Darsteller beschränken sich eigentlich nur auf Bronson und Ireland, wobei besonders erstgenannter einfach nur köstlich spielt. Selten hat man so einen lustigen Bronson gesehen.
Ein besonderes Lob verdient die musikalische Untermalung von Elmer Bernstein. Sie besteht eigentlich nur aus einem Haupthema, dem Lied "Hello and Goodbye", welches immer wieder ander variiert wird und perfekt zu den einzelnen Situationen passt.
Und wenn dann am Ende die Verrückten zu Bronson sagen:
"Graham Dorsey. Wir haben dich bereits erwartet!"
Dem müden Mann ein letztes Lächeln übers Gesicht huscht, und dann der Abspann folgt, indem man ihn noch mal mit seiner Geliebten zu "Hello and Goodbye" Walzer tanzen sieht, bekommt der Film auch noch eine sehr traurige Seite, die man ihm gar nicht zugetraut hätte.
Insgesamt ein etwas anderer Western, der zwar einige Längen hat aber trotzdem sehr zu empfehlen ist.
8/10

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