Achtung, ein paar Spoiler...
Herrlich, diese Bilder! Schneebedeckte Alpengipfel, beschauliche Dorfflecken, malerisch ins Bild gerückte Eisenbahnen und Seilbahngondeln. Ein Hauch von Urlaub irgendwie. Wenn ich nun sage, dass diese Panoramen am ehesten einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben, kann irgendwas nicht stimmen. Zumindest, wen es sich um einen Thriller mit Bronson handelt. Und hier stimmt einiges nicht...
Dabei ist eigentlich alles wie immer: Bronson ist diesmal als Cop Congers unterwegs, um im Auftrage des FBI Jackie - die Gespielin eines Gangsterbosses - in Sicherheit zu bringen, da sie in Lebensgefahr schwebt und als Kronzeugin dienen soll. Wobei gleich mal die Frage aufkommt, warum dieser Aufwand betrieben wird. Denn bereits bei einem ersten Auftritt im Gerichtssaal am Anfang des Filmes konnte Jackie nur mit absoluter Ahnungslosigkeit glänzen.
Als die Befreiung der Lady gelingt, beginnt auch des Zuschauers Martyrium. Nicht nur, dass zwischen dem Duo irgendwie die Chemie nicht stimmt und sich die Flucht spannungsarm in die Länge zieht, auch nervt die Gangsterbraut mit ihrem blöden Gequatsche. In Bronson's „Murphys Gesetz" gab es mal einen ähnlichen Plot, der dort allerdings wesentlich besser funktionierte durch die gesetzten Reibungspunkte zwischen rotzfrecher Göre und alterndem Cop. Auch die Anwendung seltsamer Tötungsmethoden kann den Zuschauer nicht wirklich vom Sessel reißen, wenn Bronson in bester Indianermanier zum Axtwurf ansetzt oder Blasrohre mit spitzen Nägeln benutzt.
Am befremdlichsten wirkte allerdings, dass man mit Gewalt versuchte, dem Film eine humoristische Note zu verleihen, nicht nur die Sprüche von Congers wirken seltsam bemüht, auch ein stotternder Mafiaboss ist nicht wirklich lustig und passt wohl eher in einen de-Funes-Film.
Dass Congers zum Schluss noch einmal ein ordentliches Fass aufmacht (bzw. einen Sarg voller Sprengstoff) ist zwar nach Bronson-Art nur zu konsequent, wirkt dennoch etwas seltsam, wenn man zum Anfang des Filmes zurückblickt. Hier hatte er in energischer Art und Weise einem Polizisten abgehalten, Selbstjustiz zu üben, als seine Frau einem Verbrechen zum Opfer fiel. Und mit Jackie, die zum Schluss doch noch erschossen wird, verband ihn nun nicht gerade eine tiefe Liebe als vielmehr eine flüchtige Romanze.
Fazit: Wenig Action, wenig Spannung, eine wirklich tödliche Mischung für einen Thriller Marke Bronson. Gehört für mich zu seinen schwächsten Filmen und sollte nur von Vervollständigungsfanatikern ins Regal gestellt werden.