Seine verkörperte Filmfigur Paul Kersey in "Death Wish" hat Charles Bronson (Murphys Gesetz, Telefon) bis an sein Lebensende verfolgt. Seit den 70er Jahren wurde er als Darsteller immer in das selbe Schema gepresst, was irgendwann eintönig wurde, obwohl auch ein paar gute Actionfilme dabei heraussprangen. Und man muss auch zugeben, die Rolle des kaltblütigen Rächers steht dem wortkargen Bronson gut. Hier verkörpert er den Cop Charlie Congers, der sich bei seinen Ermittlungen auch mal gerne über die Spielregeln hinweg setzt. Zumindest hat er sich schon einen gewissen Ruf erarbeitet, denn das FBI heuert ihn für einen Sonderauftrag in der Schweiz an. Endlich will man den Gangsterboss Joe Bomposa (Rod Steiger) zu Fall bringen, doch dafür benötigt man die Aussage seiner jungen Geliebten Jackie Pruit (Jill Ireland). Charlie gelingt es tatsächlich mit Jackie von Bomposas Anwesen zu türmen, doch der Profikiller Vittorio Farroni (Henry Silva) ist den Beiden bereits auf den Fersen.
Optisch ist "Ein Mann räumt auf" sehr ansprechend, denn die Schneelandschaften der Schweiz wurden wunderbar eingefangen und für Stimmung sorgt auch die gelungene Musikuntermalung von Lalo Schifrin.
Doch ansonsten sieht es nicht so rosig aus, denn die Story ist ein alter Hut. Ein weiteres Mal gilt es einen schier unantastbaren Gangsterboss mit Hilfe einer Aussage zu überführen. Leider kann man diesen angeblich gefährlichen Joe Bomposa kaum ernst nehmen, auch wenn er andauernd seinen Mitarbeitern droht und nicht davor zurückschreckt Polizisten mittels Autobombe zu ermorden. Dennoch gelang es Drehbuchautor Wendell Mayes (The Enemy Below, Death Wish) gegen Ende eine kleine Überraschung bezüglich des Schicksals von Jackie einzubauen. Doch ansonsten herrscht pure Routine, zudem kommt "Ein Mann räumt auf" nicht in die Pötte. Nicht mal zu Beginn eine Actionszene und das geht noch eine halbe Stunde so weiter. Erst als Charlie endlich mit Jackie flieht, erhöht sich der Unterhaltungswert. Leider versucht man hier einen auf Buddy Movie zu machen, denn Jackie ist das krasse Gegenteil von Charlie. Eine Diva die nie ihre Klappe halten kann. Doch wie es immer ist, geht sie Charlie erst auf den Keks und schließlich toleriert er das Ganze und verknallt sich in sie.
Konfrontationen mit den Killern gibt es nur sehr wenige und wenn dann sehr kurz und unspektakulär. Das Team um Killer Farroni ist auch nicht sehr groß, weswegen Charlie und Jackie meist leichtes Spiel haben. Eine echte Bedrohung sind die Killer jedenfalls nie, weswegen auch kaum Spannung aufkommt. Eine ganz nette Idee ist das Blasrohr Marke Eigenbau und wenn ein Häscher abserviert wird, geschieht dies meist sehr brutal. Da Charlie keine Schusswaffe hat, muss er sich mit allem wehren, was er kriegen kann. Doch dazwischen ist der Film meist eintönig, zu viele unnötige Dialoge und Observierungen nehmen dem Film das Tempo.
Charles Bronson kubelt ohne großen Aufwand seine übliche Rolle des wortkargen Cops herunter, während Jill Ireland (Nevada Pass, Der Mordanschlag) dem Zuschauer mit ihrem divenhaften Getue auf den Senkel geht. Rod Steiger (Dark Paradise, Amityville Horror) als Bomposa kann man kaum ernst nehmen, während Henry Silva (Nico, Cusack - Der Schweigsame) als Profikiller ganz gut wegkommt.
Keine Sternstunde in Bronsons Filmographie, denn neben einer schwachen Story mangelt es "Ein Mann räumt auf" auch noch an Action. Außer der Kulisse gibt es kaum Schauwerte, hinzu kommt auch noch diese unpassende Humor und ein fast peinliches Schauspiel von Jill Ireland. Höchstens für hartgesottene Bronson Fans noch eine Adresse.