Manche Lovestories müssen einfach tragisch enden … auch wenn man sich als Zuschauer gegen diese Vorahnung sträubt, da einem die Charaktere im Laufe des Films sympathisch geworden sind, sie mit ihrem unverantwortlichen Handeln ein solches Schicksal jedoch (fast) unvermeidlich heraufbeschwören.
Eines Nachts sieht Paul (Carmine Giovinazzo – „Black Hawk Down“) auf dem Heimweg, wie eine junge Frau (namens Georgia, gespielt von Monet Mazur aus „Torque“ oder „Stark Raving Mad“) von ihrem gewalttätigen Freund belästigt wird, worauf er dazwischen geht und ihn in die Flucht schlägt. Beide sind sich auf Anhieb sympathisch, woraus sich eine tiefe Liebesbeziehung zwischen ihnen entwickelt, in dessen Rausch beide ihre langweiligen (Day-) Jobs kündigen und sich fortan mit kleineren Überfällen über Wasser halten.
Als sie schließlich einen Auffahrunfall fingieren, geraten sie jedoch an den falschen, denn Marshall (Vincent Vintresca – „R.S.V.P.“) durchschaut das Spiel und zwingt sie mit Waffengewalt, ihn zu seinem Büro zu begleiten, wo er dann jedoch nicht die Cops ruft, sondern ihnen einen Job anbietet, da er für „bestimmte Arten von Jobs“ fähige Leute benötigt. Zusammen mit seinem Partner Vork (Steven Primal Fear“ Bauer) versucht er derzeitig ein umstrittenes Bauprojekt gegenüber der Stadtverwaltung durchzusetzen, wozu es aber noch einiger „Überzeugungsarbeit“ benötigt…
Marshalls Bezahlung stimmt (Cash, neuer Wagen, eigenes Loft etc), und Paul geht ganz in seinem neuen Betätigungsfeld als „Mann für alles“ auf. Georgia kann sich jedoch nicht damit anfreunden, für Manipulationen herangezogen zu werden, und mit der Zeit beginnt sich auch noch eine Kluft zwischen ihr und Paul aufzutun, da er zunehmend gewalttätigere Aufgaben erledigt und inzwischen den Verlockungen der allgegenwärtigen Drogen verfallen ist.
Am Abend des großen Deals zieht sie schließlich einen Schlussstrich und verlässt ihn, doch da stürmen Undercover-FBI-Agenten den Club und eine blutige Schießerei mit anschließender (Fuß-) Verfolgungsjagd quer durch die Stadt entbrennt…
„The Learning Curve“ wurde von Regisseur und Drehbuchautor Eric Schwab absolut solide konzipiert und umgesetzt – man kann die Beweggründe der Figuren nachvollziehen, die Geschichte ist nicht neu, aber der Zeit und Generation der „Twentysomethings“ angepasst, und man hat einige nette Bilder eingefangen.
Das Problem liegt jedoch in dem Erzähltempo, denn Rasanz, Action und Spannung kommen erst gegen Ende auf – und zwar bei der wirklich gut inszenierten Verfolgungsjagd, bei der Paul auch schlussendlich bewusst wird, in was er sich da hineinmanövriert hat … etwas mehr davon über den gesamten Film verteilt hätte dem Werk gut getan.
Mal abgesehen von Hauptdarstellerin Monet Mazur gibt es auch nicht allzu viele Schauwerte – die Umsetzung wirkt teilweise etwas einfallslos oder bieder. Monet rettet den Film ohnehin vor der völligen Belanglosigkeit, denn sie füllt den Charakter der „Georgia“ mit Leben aus, was Carmine Giovinazzo bei „Paul“ im Vergleich nicht ganz so gut gelingt – hoffentlich sieht man in Zukunft mehr von ihr, denn sie kann wirklich schauspielern und ist zu mehr fähig, als nur schmückendes Beiwerk (wie beispielsweise in „Torque“) zu sein.
Fazit: „The Learning Curve“ ist ein netter kleiner Film – nur leider ohne Langzeitwirkung oder größere Höhepunkte, also schnell wieder vergessen … daher nur 4 von 10.