1994, sechs Jahre nach Kevin Tenneys „Night of the Demons“, wurde der britische Regisseur Brian Trenchard-Smith („Insel der Verdammten“) mit der Fortsetzung der Dämonensause betraut. Diesmal sind es die Schüler eines katholischen Internats, die anlässlich des Halloween-Fests leichtsinnigerweise das alte Hull House aufsuchen, wo noch immer Angela als Oberdämonin ihr Unwesen treibt.
Trenchard-Smith’ Film legt ein grundsätzlich höheres Tempo an den Tag und setzt auf die bekannten Ingredienzien des Vorgängers. Das bedeutet, dass man erneut ein tricktechnisch sehr ansprechendes Zombiedämonen-artiges Feuerwerk geboten bekommt, das mit diesmal wirklich reichlich Humor angereichert wurde. Natürlich darf auch wieder ein zünftiger Sleaze-Anteil nicht fehlen, der die weiblichen Teenage-Protagonistinnen gerne zeigt, wie die Natur sie schuf. Die Handlung spielt sich hingegen nicht mehr hauptsächlich in den gruseligen Gemäuern des Hull House ab, sondern gleichberechtigt im Katholiken-Internat. Denn die Dämonen überqueren den die Außenwelt schützenden Wassergraben mittels eines Lippenstifts – DES Lippenstifts – und lassen in der spießigen Bude ordentlich die Latexpuppen tanzen.
Eine weitaus größere Rolle als zuvor spielen Erwachsene in Form des eher weltlichen Paters Bob (Rod McCary, „Die Schlampe – Karriere um jeden Preis“) und der strengen, stets mit einem Lineal fechtenden und dazwischenhauenden Schwester Gloria (Jennifer Rhodes, „Slumber Party Massacre“). Beide machen eine ebenso ungewöhnliche wie gewöhnungsbedürftige Entwicklung durch, indem der als Sympathieträger eingeführte Pater Bob zum ignoranten, den Spuk nicht wahrhaben wollenden Skeptiker wird, während Schwester Gloria von der gottesfürchtigen Spielverderberin zur mit Weihwasser bewaffneten Kampfnonne aufsteigt, die den Dämonen zusammen mit Streber Perry (Robert Jayne) den Kampf ansagt.
Doch bevor es mit geweihten Wasserpistolen auf Dämonenjagd geht, müssen sich erst einmal zahlreiche stereotype Teenies in solche verwandeln. Unter dem potentiellen Dämonenfutter befindet sich mit Melissa alias „Maus“ (Merle Kennedy) das Mauerblümchen der Clique und die Schwester Angelas, die seit den Ereignissen im ersten Teil von schlimmen Alpträumen geplagt wird, die Wirklichkeit werden sollen. Bibi (Cristi Harris, „Night of the Scarecrow“), „Z-boy“ (Darin Heames, „Dr. Giggles“) und Co. werden indes als zwar reichlich klischeebehaftet und für ein katholisches Internat so gar nicht fromm dargestellt, sind aber trotz ihrer rabiaten Art Streber Perry gegenüber keine wirklichen Unsympathen. Sieht es zunächst noch danach aus, dass triebgesteuerte Teenies Slasher-typisch als leichte Opfer herhalten sollen, schlägt der Film doch einen etwas anderen Weg ein, indem er ein gewisses Mitfiebern mit seinen Charakteren erlaubt und sich dabei nicht auf ein „Final Girl“ beschränkt.
Was die Effekte betrifft, wird hier ein ordentliches Brett aufgefahren, das es gerne bluten, splattern und ätzen lässt und einige originelle Ideen bereithält, die für kurzweiliges Vergnügen sorgen. In dieser Hinsicht ist eigentlich alles im grünen Bereich und somit für gute Unterhaltung gesorgt. Angela, erneut gespielt von Amelia Kinkade, schwankt wieder zwischen ihrem verführerischen menschlichen Erscheinungsbild als düstere Schönheit und ihrer entstellten Dämonenfratze. Zur Unterhaltung beitragen sollen zynische Sprüche, mit denen sie ihre Opfer bedenkt, was zum dominanteren, leider häufig recht albernen Humor des Films passt. Noch offensichtlicher als der Vorgänger nimmt sich „Night of the Demons 2“ kein Stück ernst. So ist die zunächst evtl. irritierende, vordergründig pro-religiöse Komponente mit der zur Heldin avancierenden Dominanonne natürlich Religionploitation pur und vollkommen ungeeignet, dem Katholischen Filmdienst Sympathiebekundungen abzuringen. Möglicherweise war die Dämonenhatz gar Inspiration für den zwei Jahre später erschienenen „From Dusk till Dawn“.
Obwohl in den 1990ern gedreht, riecht „Night of the Demons 2“ noch stark nach 80er-Videothekenkost und scheint, was seine Atmosphäre angeht, fest mit dem vorausgegangene Jahrzehnt verwurzelt. Zwar wirkt alles eine Ecke professioneller und erfahrener als 1988 bei Tenney, Charaktere und Stil des Films scheinen aber einer vergangenen Epoche entsprungen. Mit der Professionalität wird es im Übrigen auch nicht übertrieben, denn wer in Szene mit größeren Menschenansammlungen auf die Statisten achtet, wird Zeuge recht unbeholfener Bewegungen – was mich an die Tanzszenen des Films denken lässt, in denen Angela aber mit einer erotischen Einlage erneut hervorsticht. Im Gegensatz zum punkigen Popkulturgehalt des Vorgängers hat hier der Metal Einzug erhalten (was meine Theorie bzgl. des 80er-Retro-Schicks bestätigen dürfte), erfreulicher- und überraschenderweise aber sogar mittels eines Stücks der Death-Metaller von „Morbid Angel“. Dem angezogenen Tempo zum Trotz gibt es dann doch hier und da kleinere Längen, die zusammen mit der übertrieben Albernheit der Handlung verhindern, dass ich zu einem vorbehaltlos positiven Gesamturteil komme. „Night of the Demons 2“ war aber nah dran und gefällt mir damit unterm Strich ein bisschen besser als das Original.