Tierhorror im Wilden Westen ist dann doch eher eine Randerscheinung, denn was soll es da schon Bedrohliches geben außer Wölfe, Büffel oder Jack Elam.
So ist denn der auf Charles Bronson zugeschnittene Beitrag auch eher ein Heldenepos, vermengt mit Konflikten zwischen Weißen und Indianern, während die titelgebende Erscheinung nur zwischenzeitlich auf die schneebedeckte Bühne kommt.
Der weiße Büffel kommt immer wieder in Bills (Charles Bronson) Alpträumen vor, bis er sich entschließt, mit seinem Kumpan Charlie (Jack Warden) in die Berge zu ziehen und das Tier zu erlegen. Währenddessen helfen sie einem Häuptling, genannt Wurm (Will Sampson) aus der Patsche, der ebenfalls den Büffel erlegen will. Und das rasende Vieh lässt nicht lange auf sich warten…
Obwohl, eigentlich doch. Denn, nachdem es ein halbes Indianerdorf plättet, bei dem die Tochter von Wurm umkommt, taucht der weiße Riese lange unter, um erst zum Finale wieder durchzustarten. Bis dahin knallt man zwei Halunken im Saloon ab, erkundet eine Höhle, muss sich feindlichen Stämmen als auch weißen Verfolgern erwehren und diskutiert ethische Gesichtspunkte aus, denn trotz geschlossener Freundschaft zu Wurm hagelt es gegenseitige Kritik.
Was hier recht gut zum Zuge kommt, sind die Schneelandschaften, die urigen Weiten und die nächtliche Atmosphäre in der menschenverlassenen Gegend, die von John Barrys Score wunderbar untermalt werden. Die Kamera arbeitet recht variabel, fängt Panoramen gekonnt ein und weiß zum passenden Moment einen Zoom einzusetzen. Gleiches gilt für den Schnitt, denn besonders bei den Einsätzen des mordlustigen Viehs, kommt dieser deutlich zum Tragen. Natürlich hat man keinen echten weißen Büffel überreden können, ein wenig auszurasten, deshalb sieht man auch nie den ganzen Körper, sondern hauptsächlich den Kopf, den man höchstwahrscheinlich nachgestellt hat und mit typischen Bewegungen beim Galoppieren in Nahaufnahme ablichtet, während irgendein Typ die Imitation am Stab hält und damit wie wild durch die Gegend rennt. Nur zu Beginn sorgt er für minimale Splattereinlagen, indem er mit den Hörnern ritzt und zerfleischt, jeweils in Millisekunden.
Auf darstellerischer Basis ist es angenehm, so viele bekannte Gesichter mit der etablierten und größtenteils unverwechselbaren Synchro zu erleben. Neben Bronson, Warden und Sampson, sind Kim Novak, Martin Kove, Ed Lauter und John Carradine an Bord, obgleich es sich jeweils um eher unbedeutende Auftritte handelt.
Das Dreiergespann gibt hingegen eine starke Performance ab und liefert überdies ein harmonisches und durchweg sympathische Zusammenspiel: Der verrückte Indianer, der gefühlvolle und ruhige Held und der stets motzende Zausel ergänzen sich ungemein gut.
Dennoch hätte es ein wenig actiongeladener zugehen dürfen, im Mittelteil wird man arg geschwätzig, während erst zum Showdown Suspense aufkommt.
Dazwischen sind Konfrontationen eher Mangelware und man verlässt sich etwas zu sehr auf das sympathische Gespann innerhalb einer netten Landschaft.
Letzteres trägt den Streifen auch ordentlich, doch für reinen Tierhorror wird etwas zu wenig geboten, zumal auch nicht allzu überzeugend getrickst wurde.
Ist eher etwas für Westernfreunde, denn für Fans von mutierten Killerviechern, aber phasenweise recht kurzweilig.
6,5 von 10