The Bodyguard ist ein weiteres Actionvehikel das im Fahrwasser des international überaus erfolgreichen Ong-Bak erschienen ist, aber nicht Ansatzweise dessen Qualitäten erreicht.
Erdacht und umgesetzt wurde die Idee von Petchtai Wongkamlao, der spätestens durch seine Rollen als Sidekick in Ong-Bak und Tom Yum Goong auch hierzulande bekannt sein dürfte. In The Bodyguard spielt er den titelgebenden Leibwächter Wongkom, dessen reicher Arbeitsgeber bei einem Anschlag ums Leben kommt. Der war obendrein Vorsitzender eines großen Industriekonzerns, laut Testament soll fortan sein Sohn Chaichol die Geschäfte weiterführen. Doch Machtspiele und Intrigen innerhalb des Unternehmens führen schnell dazu dass Chaichol auf der Abschussliste landet.
So flieht er nach halsbrecherischer Flucht in die Armenviertel von Bangkok und verliebt sich in die junge Pok. Als die Verschwörer Chaichol auf die Spur kommen, ist es an Wongkom den Jungen zu beschützen…
The Bodyguard ist kein harter Muay-Thai Klopper wie Ong-Bak und auch kein Actionfeuerwerk wie Born to Fight, Regisseur Petchtai Wongkamlao versuchte in seinem Debütfilm den schwierigen Spagat zwischen Actionfilm und Komödie. Leider geht der Plan gründlich in die Hose, denn wirklich überzeugen kann keine Komponente.
Fangen wir doch einfach mal bei den Actionszenen an. Die sind optisch zwar ganz in Ordnung und nett anzusehen, allerdings völlig Over the Top gestaltet. Die Auftaktssequenz ist ein gutes Beispiel und lässt schon für den Rest des Films schlimmes erahnen. Wongkamlao springt mit Salto durchs Bild und absolviert die kuriosesten Stunts, gibt sich bei den harten Shootouts aber bodenständig. Die eigenwillige Mischung aus akrobatischen Luftnummern und Bloodshed Marke John Woo passt nicht wirklich zusammen, aber The Bodyguard will ja auch kein ernster Film sein.
Doch auch die humoristischen Einlagen überzeugen wenig, da man sie entweder so schon zig mal gesehen hat oder diese auf niedersten Niveau rangieren. Ein gutes Beispiel für Wongkamlaos merkwürdigen Sinn für Humor sind auch die zahlreichen Running Gags, die ständig wiederkehren und total nerven. Als ein Handlanger der Verbrecherbande immer wieder unpassend gekleidet bei seinem Chef auftaucht, bekommt er eine deutliche Ansage sich angemessen zu kleiden. Trotzdem schlägt der Typ immer wieder in den unpassendsten Klamotten auf und glotzt dabei so dumm als läge ein aufgeweichtes Brötchen in seinem Kopf… arrgh!!! Hin und wieder kommt man zwar doch noch zum schmunzeln, zumeist aber über den Schwachsinn den sich der Autor ausgedacht hat. Auch wenn es kulturelle Unterschiede in Bezug auf Humor in asiatischen Ländern gibt, glaube ich kaum das aufgewärmte Gags dort besser ankommen als hierzulande.
Die etwas bemühte Lovestory zwischen Chaichol und Pok, einem Mädchen aus den Slums, trägt ebenfalls nicht weiter positiv zur Handlung bei. Immerhin bringt der Auftritt von Pumwaree Yodkamol (Ong Bak) ein klein wenig Abwechslung in den sonst sehr öden Plot.
Ok, ein paar Lichtblicke gibt’s dann aber doch noch. Auf der Habenseite kann der Film immerhin einige parodistische Szenen in Bezug auf diverse Klassiker des asiatischen Actionfilms verbuchen. So werden stilistische Elemente eines John Woo inklusive weiser Tauben, Slow-Motions und Shootouts kopiert, sogar eine kleine Hommage an The Killer ist zu sehen. Auch andere bekommen ihr Fett weg, am witzigsten sind wohl dabei noch die Wong Fei-Hung Imitation inklusive der zugehörigen Titelmusik und eine Szene am Schluß als Tony Jaas Muay Thai Kampfstil mehr schlecht als recht nachgespielt wird.
Der hat im Übrigen selbst einen kleinen Cameo, wohl um den Film international etwas zu pushen. Wirklich gebracht hat es wenig, der kurze zweiminütige Auftritt inklusive Kampfszene in der Shopping Mall ist zwar durchaus gelungen, kann jedoch über die eklatanten Schwächen nicht hinwegtäuschen und macht den Film erst recht nicht sehenswerter.