Lassen wir uns zum dritten Mal auf eine Dämonennacht an Halloween ein, passend für einen Herrenabend im Oktober.
Wenn man den ersten Teil kennt, erlebt man bei diesem eigentlich keine Überraschungen mehr.
Während man für Teil 2 einen Großteil der Handlung auf ein Internatsgelände verlegte, kommt man hier, nach kurzer Vorgeschichte, im sagenumwobenen Hull House an.
Und zwar mit der ersten Szene, wenn Cop Larry das Gebäude betritt, auf Dämon Angela in Menschengestalt trifft und er seine Dienstmarke durch die Visage geschleudert bekommt.
Etwas später erscheint er den Teens als untoter, etwas hirnloser Cop mit zweifelhaften Absichten.
Aber erstmal zu den potentiellen Opfern, denn die befinden sich bereits auf der Fahrt und streiten sich. Schnell wird klar, wer der Fieserich in der Gruppe ist, wer der Nette, wer die Jungfrau und Wetten auf das erste Opfer werden bereits nach 5 Minuten Fahrt mit den Teens angenommen. Die auf die möglichen Überlebenden natürlich auch.
Da ist man schon kollektiv (es ist Herrenabend) gewillt, die Vorspultaste auf mindestens 16x zu drücken, da erfolgt eine kleine Überraschung.
Die Fahrt wird unterbrochen, ein Supermarkt, Bier kaufen, der Farbige wird bezichtigt, seinen Ausweis gefälscht zu haben, Rangelei, der Fieserich klaut dem Kassierer die Waffe, Cops tauchen auf, Schüsse fallen, der Farbige erleidet einen Bauchschuss (der ihm weh tut), und man rast schnell davon, um sich alsbald ein Versteck zu suchen.
Hull House, klar.
Vielleicht kam diese Sequenz ein wenig unerwartet, - im ersten Teil fährt man einfach nur dahin, um Party zu feiern, kommt hier tatsächlich so etwas wie ungeahnte Spannung und Action auf. Ein kleiner Pluspunkt.
Ein weiterer Pluspunkt ist der (in dieser Nacht) in Rente gehende Cop Dewhurst, der die Spur der Kids aufnimmt und mit seinen besonnenen und charmanten Vorgehensweisen punkten kann. Ein Charakterzug, der den Teens selbstverständlich verwehrt bleibt, denn die sind wie immer austauschbar, auch wenn manche darstellerisch gar nicht so schlecht agieren.
Ach so, in Hull House passiert natürlich das Übliche: Zwei gehen zum Poppen, Dämon Angela erscheint und im Verlauf gibt es ein paar Tote. Mal durch zu heftigen Zungenkuss, mal durch überfahren oder durch Herz rausreißen. Die FX sind in diesem Zusammenhang aber eher unspektakulär und der Blutfaktor hält sich im unteren Mittelmaß.
Ganz nett sind dann eher so kleine Einfälle, wie Angela, die einer Pistole einen gekonnten Blowjob verpasst und danach die Patronen ausspuckt oder die trashige Idee, einer Gangsterlady eine Schlange aus dem Arm wachsen zu lassen, über die zunächst Freude herrscht, bevor das Vieh zubeißt.
Ansonsten treiben oberflächlich gezeichnete Figuren ein vorhersehbares Spiel in Hull House.
Zwar ist deren Synchro erstaunlich erträglich, doch das verbessert die Qualität der Dialoge kaum, „ Wir müssen schleunigst von hier verschwinden“ erklingt mindestens zehn Mal.
Positiv gegenüber den ersten beiden Teilen ist hier das Fehlen albernen und platten Humors, die Teens sind zwar doof, doch ihre Sprüche sind erträglich, zudem herrscht innerhalb der Gruppe eher Kriegsstimmung als genitalgesteuerte Konversation, auch wenn sämtliche Damen natürlich blank ziehen, weil es zu solchen Filmen dazugehört, wie der Dämon mit seiner usseligen Latexmaske, der breiten Nase und der Flanger-Stimme.
Auch wenn dieser Abschluss der Reihe Teil 1 noch einmal recycelt, unterhaltsam ist er dennoch ausgefallen und für den besagten Herrenabend, zumindest als Einstimmung, recht gut zu gebrauchen.
5 von 10