Review

Inhalt:
Tommy Johnson (Danny Dyer) ist ein heissblütiger Fan des FC Chelsea London. So heissblütig, dass er nach dem Spiel den Kick sucht, indem er gegnerische Fans verprügelt. Tommy gehört zu den Chelsea Hooligans. Zusammen mit seiner Firma, zu der sein Busenkumpel Rod (Neill Maskel), Psychopath Billy Bright (Frank Harper), Anführer Harris (Tony Denham) und die Jungspunde Zeberdee (Roland Manookian) und Raff (Calum McNab) gehören, zieht er jeden Spieltag ums Stadion auf der Suche nach dem Gegner - die dritte Halbzeit ist eröffnet. Doch immer öfter wird Tommy von Albträumen heimgesucht, die ihn zu Gedanken verleiten, ob dieses Hobby das Richtige für ihn ist. Verstärkt werden seine Zweifel, als er mit der Schwester eines Millwall-Lads schläft und von diesem Moment an mit offenen Augen durch London laufen muss, stets auf der Lauer, ob nicht irgendwo ein Südlondoner auf ihn wartet. Unglücklicherweise wird Chelsea bei der Pokalauslosung der Stadtrivale Millwall zugelost. Der Countdown zu diesem Spiel beginnt und Tommy hat nicht mehr viel Zeit zu entscheiden, ob es diese ganze Sache Wert ist.

Kritik:
The Football Factory beginnt gleich mit einer Prüglerei zwischen Chelsea und Tottenham Hooligans. Wer jedoch denkt, dass es weiter gewalttätig zu geht, wird zumindest teilweise enttäuscht sein, denn der Film widmet sich zu einem grossen Teil den zwischenmenschlichen Problemen der Protagonisten. Zum Beispiel geht es um die Rivalität der beiden Anführer Billy und Harris, um die Beziehung von Rod, durch welche er immer mehr Abstand von der Hooliganszene nimmt, oder um die Kleinkriminellen Zeberdee und Raff, die es sich durch unüberlegte Aktionen mit einigen Mitgliedern der Firma verspielen. Einen Nebenplot bekommt auch Tommys Grossvater, ein betagter Kriegsveteran, der mit seinem Kumpel nach Australien ziehen möchte, um dort den Rest des Lebens zu verbringen. Am Tag der Abreise stirbt jedoch sein Gefährte, so dass er Tommy anbietet, ihn auf den anderen Kontinent zu begleiten. Wer jetzt denkt, dass die Gewalt völlig in den Hintergrund rückt, irrt sich. Immer wieder knallt es, wobei es - wie schon angedeutet - nur zwei richtige Hooligan-Schlachten gibt, und zwar in der Opening Scene und zum grossen Finale am Ende. Regisseur Nick Love kann sich damit rühmen, das ganze Geschehen und die Szene ziemlich realitätsnah dargstellt zu haben im Gegensatz zum ein Jahr später erschienenen Hooligans von Lexi Alexander. Allgemein schneidet The Football Factory in vielen Hinsichten besser ab als die nachfolgende Hollywood-Produktion, einzig bei der Inszenierung hat das amerikanische Werk die Nase vorn. Technisch ist The Football Factory in Ordnung, sowohl die Optik als auch die Akustik können überzeugen. Neben dem Schritt gefiel mir der Soundtrack, der sich aus einer Mischung von Brit-Pop, Rock und Techno zusammen setzt, hervorragend. Noch ein kleiner Hinweis zum Vermerk auf dem Cover: The Football Factory hat meiner Meinung nach herzlich wenig mit Trainspotting und Fight Club gemeinsam, so dass hier auch nichts dergleichen erwartet werden sollte.

Fazit:
Als Fussballfan und Fahrer an die Spiele meiner Lieblingsmannschaft finde ich einen schnellen Zugang zu diesem Film, so dass er mittlerweile zu meinen Lieblingsfilmen gehört. Objektiv gesehen hat der Film einige Mängel wie diverse Längen, die dem einen oder anderen Filmfan übel aufstossen könnten, mässige Leistungen einiger Schauspieler oder technischen Defiziten, die zwar nicht weiter schlimm sind, aber dem Film dadurch keine zusätzlichen Punkte bescheren können. Die 8 Punkte, die der Film von mir bekommt, sind zugegeben relativ grosszügig, aber schlechter kann und will ich den Film einfach nicht bewerten müssen.

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