Tommy Johnson ist ein ganz normaler Junge. Er arbeitet, er trinkt zu viel, er vögelt herum, er nimmt schlechte Drogen. Und ab und zu schlägt er jemanden zusammen … Tommy ist mit seinen Kumpels in einer Factory, und wenn Chelsea spielt ist er unterwegs: Nach Tottenham, nach Liverpool, oder gottweißwohin, um ordentlich Randale zu machen. Um Zähne auszuschlagen und Rippen zu brechen. Und um ordentlich zu saufen und Spaß zu haben. Bei der diesjährigen Cup-Runde wird der Traum wahr: Chelsea gegen Millwall! Das Problem dabei: Vor kurzem hat Tommy einem Typen einen Cricket-Schläger über den Schädel gezogen, und der Bruder dieses Typen ist der Anführer der Millwall-Factory, Fred. Und Fred verfolgt Tommy. Sogar bis seine Träume hinein, in denen Tommy von Fred, den Millwalls und seinem eigenen Tod in einer Unterführung träumt. Je näher das Spiel rückt, desto realistischer werden die Träume. Vom Tod. Und vom Todesengel mit dem bandagierten Gesicht …
Gewalt. Sex. Drogen. Und noch mal Gewalt. Ein Trip durch die Großstadt des 21. Jahrhunderts. Ein Schnitt- und Soundgewitter, das den Zuschauer erst so richtig in die verdreckten Straßen Südlondons zieht. In die düsteren Ziegelsteinunterführungen, in die heimeligen Pubs und in die uniformen Reihenhausvorstädte. Ganz normale Männer, die sich gegenseitig ganz normal die Schädel einschlagen, und die nur für den Kampf am kommenden Samstag leben. Und als Kontrast dazu Opa Bill, der im Krieg war, weswegen er von einigen Hooligans bewundert wird, und der jetzt von Australien träumt. Wo die Sonne scheint, wo keine verblödeten Rassisten im Bus hocken, und wo die Welt vielleicht noch ein klein wenig netter ausschaut.
GREEN STREET HOOLIGANS für Erwachsene. Ein filmischer Alptraum ohne Atempausen und mit genau der Portion Selbstironie, die das Ganze erst so richtig realistisch macht. Meine Lieblingsszene? Wenn die Anführer der verfeindeten Hool-Gruppen sich beim Fußballspiel ihrer Kinder prügeln, woraufhin der Schiedsrichter abbricht und mit den Jungs einfach woanders hingeht. Die Kommentare der Kinder über die prügelnden Väter sind Gold wert …