Was erwartet der Zuschauer, wenn er einen "Freitag der 13." - Teil in den Player legt und sich entspannt in der Couch zurücklehnt? Nun, in erster Linie ein paar gut gemachte, möglichst blutig-brutale Morde, ein paar dilletantische Schauspieler, eine möglichst unkomplizierte, gar trashige Handlung und natürlich Jason Voorhees - mittlerweile kaum wegzudenken aus dem Slashergenre, einer der ganz großen Namen - neben Freddy Krüger und Michael Myers, vielleicht sogar derjenige mit den größten Sympathiewerten.
Was den Antihelden Jason angeht, dürfte der Zuschauer beim ersten Teil der schier endlosen Freitag der 13. - Reihe jedoch eher enttäuscht werden, denn hier hat Jason nur einen kleinen, dennoch legendären Gastauftritt.
In der Rolle des mordenden Psychopathen tritt hier Jason's Mutter Pamela auf, die an den Campaufsehern des Crystal Lake's Blutrache nehmen will. Nicht lange ist er her, als ihr mongoloider Sohn Jason im See ertrank, letztlich auch aus dem Grund, da die Aufseher unnachgiebig gehandelt hatten.
Nun muss jeder bezahlen, der sich in die Gegend des Camp Crystal Lake's begibt.
Und so beginnt einer der ganz großen Filme im Horrorgenre, der einen Mythos hervorruf, wie kein zweiter Film. In erster Linie ist "Freitag der 13." zwar nur einer von den zahlreichen "Halloween"-Klonen, doch was ihn auszeichnet und meiner Meinung nach auch besser macht als die Story um Michael Myers & Co. sind derbe, überzeugende Spezialeffekte (an denen schließlich auch Tom Savini beteiligt war), eine brilliante Rahmenhandlung und letztlich auch der Hang zum Moralismus, denn wer sollte den Film überleben, außer eben die eiserne Jungfrau, die sich mit Jason's Mutter einen erbitterlichen Endkampf liefert?!
Manchmal ist "Freitag der 13." sogar unerwartet gesellschaftskritisch, betrachte man z.B. die außenseiterische Rolle des mongoloiden Sohnes, den vorehelich, praktizierten Geschlechtsverkehr pubertierender Jugendlicher, deren Drogen- und Alkoholkonsum, usw.
Im Großen und Ganzen bleibt "Freitag der 13." jedoch einfach "nur" ein spannend inszenierter Film, den ich mir immer wieder ansehen könnte. Er ist eben einer der ganz Großen im Slasher-Genre, seinen Beitrag dazu leistet unter anderem auch der kaum wegzudenkende Score, der es immer wieder schafft den Zuschauer zu fesseln und in Angst und Schrecken zu versetzen.
Zusammen mit "The Texas Chainsaw Massacre" und "Psycho" ist er außerdem mein Lieblingsfilm aus dem Horrorgenre. Daher auch das absolut gerechtfertigte Höchstmaß an Punkten.
10/10