Willkommen im Camp Crystal Lake!
Was haben wir als Kinder nicht alles gehört von diesem unheimlichen Platz, an dem der gute Jason Vorhees umgeht und bluttriefend meuchelt. Beeindruckend sicher. Aber man wird ja älter und sieht alles aus einer anderen Perspektive.
Und siehe da, übrig bleibt ein handwerklich ziemlich schwacher Film mit ein paar netten Effekten.
Tatsächlich fällt es mir heute schwer, zu irgendetwas in diesem Film wirklich freundlich zu sein. Die Prämisse an sich hätte vielleicht noch für einen passablen Thriller gereicht, doch die Umsetzung ist wirklich amateurhaft. Regisseur Cunningham bekleckert sich wahrlich nicht mit Ruhm, denn was er da abgesehen von den Effekten zusammenschustert, sieht mitunter stark nach Amateurfilmchen oder Schülerprojekt aus.
Die Konstruktion der Mordszenen besteht zumeist aus einem ausgesprochen dämlichen Grund, einen von der Gruppe zu trennen und dann zu meucheln. Dieses Spielchen ziehen wir auch bis zum Ende durch. Was zwischen den Mordszenen geschieht, ist unwichtig - und so langweilig, daß ich es prompt vergessen habe. (Nach genauerer Analyse kann ich bestätigen, daß die Füllszenen, die einen enormen Teil des Films ausmachen, aus Waldlauf und redundanten Gesprächen auf Wochenendplaudereien bestehen.) Der Schnitt ist bisweilen abenteuerlich abgehackt, die Kamera reitet Carpenters Halloween-Idee mit der subjektiven Kamera zu Tode und die Schauspieler der Flachheit des Buchs angemessen.
Einzig die Effekte können sich sehen lassen, sind aber inzwischen ebenfalls wieder überholt. Auch liegt die Stärke noch nicht in der genüßlichen Ausmalung, da wurde noch immer Zurückhaltung bewahrt. Meistens wird nur das Ergebnis gezeigt, die detaillierte Meuchelprozeßschilderung bleibt meistens außen vor. Trotzdem gelang Tom Savini damit der Sprung in die oberste Liga der Maskenbildner, was er auch verdient hat.
Den Spitzenwert erlangt in meinen Augen nur der Schlußschocker, der jeden noch mal so richtig wach macht (den ich für alle Unwissenden natürlich nicht verrate).
Beeindruckend auch die Kompromißlosigkeit, mit der dieses Gehacke ohne die geringste Ironie durchgezogen wird, etwas was sich z.B. "Scream" nicht hätte leisten können. Aber die Postmoderne lag ja noch in weiter Ferne und die Ankündigung eines Strip-Monopoly hat noch laute Hohoho-Salvem im Kinosaal zur Folge.
Fazit: Viel Zeit ist vergangen und der liebe Friday ist in die Jahre gekommen. Trotzdem kann man mit ihm immer noch die unwissenden Kleinen und Großen einschüchtern, was ja auch nicht schlecht ist. Trotzdem bekomme ich da nicht mehr als 4,5/10 zusammen, dazu ist das alles einfach zu schwachbrüstig.