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Nach dem mordsmäßigen Erfolg von John Carpenters Halloween sahen auch andere Regisseure, Produzenten und Filmstudios das Potential des Slasher-Genres. Filme dieses Genres waren immerhin günstig herzustellen und versprachen oftmals hohe Einnahmesummen an den Kinokassen. Und so kam Regisseur Sean S. Cunningham (Deep Star Six) auf eine denkbar simple Idee. Er reduzierte das Halloween-Konzept bis aufs Grundgerüst, erhöhte die Anzahl der Morde, die er zudem um einiges bildlischer gestaltete als Carpenter, und garnierte das noch mit einem Spritzer Psycho. Fertig war der nächste Kult-Slasher. Jedoch erreicht Freitag der 13. zu keiner Sekunde die Klasse der beiden Vorbilder.

Das Camp Crystal Lake, in dem es in den 50ern zu einigen Todesfällen kam, wird wieder eröffnet. Zusammen mit eine Gruppe Jugendlicher will Alice (Adrienne King) hier einen Erholungs- und Erlebnissort für Kinder errichten. Dabei werden auch etliche Warnungen von ortsansäßigen Leuten in den Wind geschlagen. Es dauert nicht lange, bis es die ersten Todesopfer gibt. Zu spät erkennt Alice die wahre Bedrohung, die ihre Wurzeln in den früheren Ereignissen von Crystal Lake hat...

Über die Darstellerriege kann man hier guten Gewissens sagen, dass man immer den richtigen treffen würde, wenn man alle in einen Sack stecken und mit einem Kantholz draufkloppen würde. Denn keiner ist in Freitag der 13. talentierter als der andere. Das trifft auch auf Adrienne King (Saturday Night Fever) und Betsy Palmer (Die 13. Legende) zu, die sich zwar immerhin dank des Skripts vom Rest abheben, aber keineswegs preisverdächtig agieren. Und sein wahres Können sollte Kevin Bacon (Hollow Man) eh erst in späteren Filmen unter Beweiß stellen.

Was die Bluttaten angeht, so ist Freitag der 13. um einiges detailierter als Halloween. Es sind zwar nur jeweils Sekunden, in denen man sieht, wie dem im Bett liegenden Kevin Bacon von unten ein Pfeil durch den Hals gerammt wird, oder wie der Kopf von Mrs. Vorhees durch die Luft segelt, aber dennoch hat Cunningham damit erreicht, wofür der Streifen an erster Stelle steht. Nämlich Blut und Gemetzel um jeden Preis. Neben dem Carpenter-Klassiker hat sich Cunningham zudem noch an Hitchcocks Psycho vergriffen, da gleich in der ersten Sequenz eine Musik erklingt, die stark an den Kultstreifen um Norman Bates erinnert. Doch das ist bei weitem nicht die einzige Verbindung zu dem Klassiker von 1960. Bei ihrer Hatz auf Alice spricht Mrs. Vorhees immer wieder mit der Stimme ihres ertrunkenen Sohnes, der sie kommandiert. Hier ist die Killerin von ihrem (scheinbar) toten Sohn besessen, ein Teil ihrer Persönlichkeit wurde von ihm übernommen. Somit kehrt sich im Vergleich zu Psycho nicht nur das Geschlecht des Mörders um, sondern auch das Rollenverhältnis. Im Endeffekt sollte man in Freitag der 13. aber nicht zuviel hineininterpretieren und ihn als das betrachten, was er im Großen und Ganzen wirklich ist: ein misslungener Versuch, sich Genre-Klassikern zu bedienen, um damit die fette Kohle zu machen. Bis auf die Anleihen bei den genannten Vorbildern ist auch die Handlung für die Katz'. Diese besteht nur daraus, dass eine Gruppe Teenies im Camp Crystal Lake ankommt (oder einige auch nicht), ihren Spaß haben wollen oder anderweitigen Blödsinn verzapfen, bis der geheimnisvolle Killer aufkreuzt, alle bis auf eine Überlebende brav nach dem 10 kleine Negerlein-Prinzip zu Hackfleisch verarbeitet, und im Showdown von besagter Überlebender selbst dahingemetzelt wird. Demnach bedient sich der Film auch noch dem billigen 08/15-Schema vieler mieser Schlitzerstreifen, von denen es heutzutage wie Sand am Meer gibt. Das Finale ist bis auf die Enthauptung auch noch saudämlich geraten. Alice schafft es mehrere Male Mrs. Vorhees auf den Boden zu befördern, rennt dann aber kreischend (oder auch nicht) weg, statt der ollen Kuh entgültig die Lichter auszuknipsen. Da muss erst eine ausweglose Situation am Seeufer sowie eine Machete her, damit dies passiert. Und der Schlussgag mit dem halb-verwesten Jason, der aus dem Wasser springt und sich Alice packt, geht auch mehr oder weniger nach hinten los, egal ob Traum oder Wirklichkeit. So wird natürlich die Tür für die zahlreich bekannten Fortsetzungen um Jason Vorhees offen gehalten. Genauso mies wie das Original sind davon nur wenige, denn auch der dümmste aller weiteren Freitag der 13.-Streifen scheint mehr Innovationen zu haben als die Vorlage. Die Dreißtigkeit von Kult-Vorbildern zu klauen haben sie auch nicht, da sie sich ja nur dem ersten Teil und allen anderen vorangegangenen Teilen bedienen. Neben dem Psycho-Kopie kommt musikalisch dann auch das bekannte Friday the 13th-Theme zur Geltung.

Ein Klassiker des Slasher-Genres? Bei weitem nicht! Denn genau wie das originale Texas Chainsaw Massacre wird auch Freitag der 13. von vielen Menschen einfach nur überbewertet und als Kult abgestempelt. Bis auf die passablen Bluttaten, den durchschnittlichen Showdown und die gut gemeinten Bedienungen an Klassikern übt der Film nicht wirklich viel Reiz aus. Dann doch lieber das x-te Halloween-Kitchenknife-Massacre mit good old Mike oder weitere Abenteuer von Traum-Stalker Freddy!

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