Review

Kevin Bacon, die Zweite ! Nachdem ich kürzlich meinen Senf zu "Echoes - Stimmen aus der Zwischenwelt" abliefern durfte, nun hier die erste (größere ?) Rolle für den Herrn dessen Namen mir jedes Mal Lust auf Spiegelei macht.

"Freitag der 13." , was hatte ich nicht schon alles über diesen Film gehört. Ja, bereits in der Grundschule geisterte dieser Titel durch die Köpfe von mir und meinen Schulkameraden. Irgendeinen gabs immer, der jemanden kannte, dessen Bruder oder Schwester diesen Film gesehen und daraufhin wahnsinnig wurde. Eigentlich lustig, denn in gewisser Weise ist ja Jason Vorhees eine düstere Legende, und zu einer solchen wurde dann auch der Film. Gut, mittlerweile habe ich schon einige der Jason-Slasher gesehen und bis auf das zwar äußerst dämliche aber nichtsdestotrotz recht unterhaltsame Crossover "Jason vs. Freddy" (oder andersrum) konnte ich dem Ganzen nicht allzuviel abgewinnen. Na gut, "Jason goes to hell" konnte mich im zarten Alter von 16 Jahren zumindest durch die doch recht ekligen Gore-Szenen beeindrucken, außerdem wurde da ja schon die Vereinigung der beiden Super-Killer angedeutet. Also irgendwie waren diese Filme also Kult, auch für mich, obwohl niemand so genau wußte warum. Trotzdem liefen sie natürlich auf jeder Hausparty und jedem Filmabend.

Und jetzt habe ich ihn also endlich gesehen, diesen berühmt-berüchtigten Film, mit dem alles anfing .. sagte ich "alles anfing" ? Ganz so stimmt das ja nicht. Allein der Name "Freitag der 13." erinnert doch ganz klar an einen anderen Film, auch betitelt nach einem besonderen Tag, der das Slasher-Genre wie kein anderer prägte, nämlich "Halloween". Plagiat ?   In gewisser Weise ja, nur müssen wir in einem Punkt deutlich unterscheiden: Während Carpenter ganz deutlich eine Remineszens an Alfred Hitchcock schuf, setzte er doch bei "Halloween" eher auf subtilen Grusel und düstere Bilder statt auf Sex und Splatter, arbeitete Cunningham doch eher mit dem Holzhammer, oder besser noch: der Axt. Da verwundert es nicht, dass kein Geringerer als Tom Savini (zu sehen in "From Dusk till Dawn" , "Zombie" oder dem "Dawn of the Dead" von 2004) sich an den blutigen Special-Effects austoben durfte.

Die Story - soweit noch nicht bekannt - ist schnell erzählt. Lange Zeit war das Sommercamp am Ufer des"Crystal Lake" geschlossen gewesen. Vor vielen, vielen Jahren ertrank im See ein kleiner Junge und seitdem kam es immer wieder zu mysteriösen Morden. Nun steht eine Wiedereröffnung kurz bevor, und einige Teenies machen sich auf den Weg dorthin. Es kommt wie es kommen muss, nämlich zu den drei berühmten [k]´s des Slasher-Films: [K]illen, [K]iffen, [K]orpulieren.

Und da bin ich auch schon beim größten Problem, das ich mit "Freitag der 13." habe. Sämtliche seit "Scream - Schrei" gedrehten Filme bediehnen sich zwar dieser gängigen Klischees, spielen jedoch ironisch mit ihnen. Der einzige Film der mir jetzt in Erinnerung ist, der komplett ohne diese Ironie auskommt, wäre dann wohl "Haute Tension", in dem Cecil France zwar auch zu Beginn Einen durchzieht und dann Hand an sich legt, jedoch ... naja wer´s kennt weißes, und ich möchte jetzt hier mit Sicherheit keinen Spoiler zu einem anderen Film  reinschmuggeln. Also, wie gesagt, das Problem ist, der Film ist von vorne bis hinten viel zu durchschaubar und wirkt, ge(r)linde gesagt, altbacken. Passend dazu ist die nicht gerade innovative Kameraführung, wobei die Ego-Perspektive des Killers noch am interessantesten ausfällt. Blöd auch, dass die eigentliche Story erst ganz zum Schluß angerissen wird. Zuvor ist zwar mal beiläufig kurz von einem Jungen die Rede der irgendwann vor 1958 im See ertrank, mehr aber nicht. Vom Mythos Jason Vorhees keine Spur. Cunningham hätte einiges mehr an Hinweisen oder Gerüchten über Jason einstreuen können, beläßt es aber bei einige Teenies die scheinbar ohne Grund über den Jordan müssen. Schade eigentlich, denn dadurch wird dieser Film nichtmal meine Großeltern gruseln können, denn nur mit belanglosem hin-und-hergekille kann man wirklich niemanden mehr vom Hocker reißen (ja, Herr Ittenbach, denken sie mal drüber nach).

Dazu kommt eine furchbar nervige, ja schier unerträgliche Hauptdarstellerin, der ich schon von Beginn an einen grausamen Tod gewünscht habe, was aber natürlich (ist ja noch Jungfrau, und die Regeln müssen eingehalten werden) nicht erfüllt wurde. Gegen Ende, wenn der Killer enttarnt wird, beginnt "Freitag der 13." dann doch noch ein bisschen Spaß zu machen. Zwar wirkt der Kampf zwischen den beiden Frauen eher unfreiwillig komisch, aber Betsy Palmer spielt ihre Rolle der schizophrenen Mutter ganz gut. Ich verzichte mal hier auf eine Spoiler-Warnung, denn bei "Scream" wurde das Ganze für die Unwissenden unter uns ja auch schon aufgelöst.
 Wenn dann am Ende noch ein ziemlich gut geschminkter Jason (unmaskiert !) auftaucht, ist der Horrorfreund, zumindest einigermaßen, zufrieden.

Zu den Gore-Effekten, die ja wie gesagt den Unterschied zu John Carpenters "Halloween" darstellen: Einige nette Szenen, davon zwei richtig gute - vor allem Kevin Bacons Tod weiß zu beeindrucken. Sieht echt gut aus ! Ansonsten, vor allem im Vergleich zu aktuellen Slashern eher bieder und nichtssagend.

Kann man jetzt diesen Film empfehlen ? Naja einmal sollte man ihn schon gesehen haben, schließlich war er die Geburtsstunde eines bis Heute aktiven Killers, den wohl mittlerweile schon drei Generationen kennen- und fürchten gelernt haben. Wer allerdings nicht totaler Jason-Fan ist, oder zumindest einen der Teile ins Herz geschlossen hat, kann gut und gerne drauf verzichten,auch was die Story angeht, die wird nämlich in "Freddy vs. Jason" nochmal ganz gut angerissen.

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