"Passt auf, dass euch keine schwarze Katze von links über den Weg läuft."
Entgegen den Warnungen der Einheimischen ist Steve Christy (Peter Brouwer) im Begriff das Ferienlager Camp Crystal Lake wieder in Betrieb zu nehmen. Nachdem sich in den 50er Jahren diverse Unglücksfälle und grausame Morde ereignet hatten, wurde dieses geschlossen und galt als verflucht. Christy hindert dies nicht und lädt ein junges Team ein um das Camp auf Vordermann zu bringen. Für Alice Hardy (Adrienne King), ihren Freund Bill (Harry Crosby), Brenda (Laurie Bartram), Marcie (Jeannine Taylor) und Jack Burrell (Kevin Bacon) steht ein Freitag der 13. bevor, der eine völlig andere Art von Unglücksfällen bereit hält. Denn erneut treibt ein Killer im Camp sein Unwesen.
Neben Michael Myers aus "Halloween", Leatherface aus "Texas Chainsaw Massacre", Pinhead aus "Hellraiser" und Freddy Krueger aus "Nightmare on Elm Street" fügt sich Jason in die illustre Garde der Kult-Killer ein, die in den 70er, 80er Jahren ihren Einstand feierten. Schon jeher sagte man den zugehörigen Filmen eine hohe Gewaltschraube und eine minderwertige Geschichte nach, sowie Figuren, die außer zu schreien nichts weiter konnten.
Der Beginn der "Freitag der 13."-Reihe stellt dabei einen Sonderfall dar. Von seinem Kult-Killer fehlt nämlich noch jegliche Spur, abgesehen der namentlichen Nennung und einem erinnerungswürdigen Kurzauftritt zum Schluss.
Schon der erste Blick auf die Story verrät, dass sich der Horrorstreifen in die Masse seiner Art eingliedert. Denn von jeglicher Intelligenz oder einem wendungsreichen Geschichte fehlt hier jede Spur. Belanglos und ohne Spannungshöhepunkte plätschert die Story vor sich hin. Schnell werden die konturenlosen Figuren eingeführt und werden nach kürzester Zeit wieder niedergemetzelt.
Dank schablonenhafter Identifikationsfiguren mangelt es am Bezug zu den Charakteren. Trotz der ernsten und stimmungsvollen Inszenierung der Geschehnisse im Camp, die des Öfteren sehr gestellt wirken, wartet der Zuschauer im Grunde nur darauf, wann und wie das nächste Opfer über den Jordan hüpft.
Die Handlung dazwischen, die sich aus Strip-Monopoly, langwierigem Geschlabbere und kurzzeitigen Bettgeschichten zusammenstellt, zieht sich im besten Fall wie der populäre Kaugummi. Hinzu kommen schrecklich banale Dialoge ohne Sinn und Verstand.
Wenn es dann mal endlich zur Sache geht, glänzt der Film durch den gelegentlichen Einsatz subjektiver Kamerawinkel sowie soliden Spezialeffekten. Übermäßig Blut kommt nicht zum Einsatz, Regisseur Sean S. Cunningham setzt auf realistische Effekte, was der schaurigen Illusion zu Gute kommt. Hierbei sei erwähnt, dass sich der Film in der gekürzten Version nicht mehr wirklich lohnt. In dieser sieht man von den Morden nur noch einzelne Schnipsel.
Harry Manfredini's Musik avancierte ebenso zum Kult wie der Film selbst. Seine schrille Geräuschkulisse wurde viele Male in Fortsetzungen und Satiren verwendet, und genießt bis heute einen populären wie auch fragwürdigen Status.
Von vielen der hier tapsenden Jungschauspielern hat man nie wieder gehört. Einzig Kevin Bacon ("Apollo 13", "Hollow Man", "Death Sentence") wurde später ein bekanntes Gesicht und wagte mit "Freitag der 13." seine ersten wackeligen Schritte, die in Ausdruckslosigkeit und Langeweile in denen der anderen Darsteller in nichts nachstehen.
"Freitag der 13." ist ein kleiner Film mit großem Ruf. Aus vielerlei Mündern wird der Film als Klassiker bezeichnet, doch eine genauere Betrachtung offenbart, dass kaum mehr als sinnfreie Unterhaltung geboten wird, die sich selbst auch noch ganz weit unten ansiedelt. Der Teenie-Slasher unterliegt den simplen Theorien seines Genres und holt nur in den seltenen blutigen Szenen etwas weiter aus.
3 / 10