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Eine Gruppe Jugendlicher will ein altes Feriencamp, das Camp Crystal Lake, wieder eröffnen.
Trotz aller Warnungen einiger Bewohner eines nahegelegenen Ortes, setzt die Gruppe ihr Vorhaben um. Kurze Zeit später geschehen die ersten unbemerkten Morde im Camp, bis die letzten unter ihnen merken, das das sogenannte Blut-Camp seinen Namen zurecht trägt.
Nachdem John Carpenters Halloween mit minimal Budget einen finanziellen Erfolg einfuhr, kamen schnell weitere Filme im Slasher-Genre auf den Markt.
Mit ebenso wenig Geldern setzte Sean S. Cunningham Freitag, der 13. um. Vieles ortientiert sich an Halloween (das furchtbare Ereigniss in der Vergangenheit zu Beginn des Films oder die Ego Perspektive aus der Sicht des Killers), aber das geben die Macher in dem ein oder anderen Making-of auch offen zu.
Gut, Freitag, der 13. hat ja einen gewissen Kultstatus im Genre. Auf der einen Seite hat der Film seine guten Momente, allerdings auch so seine Krankheiten.
Zuerst wäre hier die unschlagbar gut eingefangene Camp- und Waldatmosphäre, inklusive einem von-der-Zivilisation-abgeschnitten-Feelings. Die eingefangenen Bilder haben ein gewissen Natural-Look, da man Beleuchtung weitestgehend vermisst, was man als Vor- und Nachteil ansehen kann.
Die eingefangenen Bilder sind meist solide und wurden wohl auch öfter mal von der Schulter "geschossen" (inkl. Wackeleffekt). Trotz vieler Defizite wird damit eine gute Atmosphäre erzeugt, die aber nichts ohne Harry Manfredinis Soundtrack wäre.
Auch hier muss sich der Gute "Kopie"-Schreie gefallen lassen, denn die Musik ist eine wilde Mischung aus Psycho und Der weisse Hai. Trotzdem, gerade diese Komponente macht einen großen Teil der Spannung in Freitag, der 13. aus und die charakteristischen Echo-Stimmen sind für den Fan unverzichtbar. Doch, der Score reisst einiges heraus.
Noch mehr allerdings die wiederholt exzellente Effektarbeit von Tom Savini. Der Meister des Blutes leistet hier mal wieder hochwertige und kreative Splattereffekte, die dazu noch überraschend, spannend und gekonnt von der Kamera eingefangen wurden. Ein weiterer Pluspunkt.
Tja, die Darsteller sind allerdings schon eher in der Minus-Kategorie einzuordnen.
Teilweise dilletantisch, wird die "Schauspielkunst" oft noch von den recht langweiligen, bzw. schon dämlichen Dialogen unterboten, dazu mit einigen overacting Einlagen. Ein paar Nebendarsteller erwecken den Eindruck, als wären sie direkt vor Ort gecastet worden.
Auch ergeben sich einige Längen, sogar während des Endkampfes, wenn das ständige hin und her fast schon zu viel wird. Der Film plätschert in einige Teilen recht behäbig vor sich hin und doch wird man immer wieder mit spannenden Szenen entlohnt. Leider ist die Balance hier nicht ganz ausgewogen und doch:
Freitag, der 13. kann den geneigten Fan ganz gut unterhalten, bietet tolle Effekte, einen fiebrigen Soundtrack und der Killer ist bis zum Schluß nicht zu erraten.
Das Finale läßt einen bei der Erstsichtung übrigens nochmal schön hochschrecken (was allerdings inzwischen ein ausgeleierter Standard im Genre ist).
Übrigens wurde erst im zweiten Teil die Kultfigur "Jason" etabliert (wenn auch noch ohne Hockey Maske).
Wenn man das Budget betrachtet, ist ein solider Slasherfilm abgeliefert worden, der gegen einige Genrekollegen aus dieser Zeit gut bestehen kann. Heutige Streifen, mit oft höherem Budget, sind meist genauso dämlich in ihren Dialogen und bieten oft sogar noch wesentlich unsypatischere Figuren, die ins Gras beißen müssen.
Mit einem guten Schuß Nostalgiebonus kommt Freitag, der 13. auf solide 7/10. Irgend etwas muss ja richtig gemacht worden sein, immerhin gab es neun Fortsetzungen, ein Spin-Off und ein recht abgewandeltes Remake.

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