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Erst zwei Jahre zuvor landete John Carpenter mit Halloween - Die Nacht des Grauens einen Überraschungserfolg, der Sean S. Cunningham, Regisseur vom Kultfilm Freitag der 13., dazu inspirierte, möglicherweise einen ähnlich großen Kassenschlager zu landen. Dass daraus gleich eine ganze Horrorfilm-Reihe, die heutzutage DIE Reihe schlechthin ist, werden könnte, hatte er mit Sicherheit nicht in Betracht gezogen.

Über die Story möchte ich keine großen Worte verlieren, denn diese dürfte wohl jedem bekannt sein. Meiner Meinung nach ist sie auch nicht der Rede wert, denn originell oder sonderlich einfallsreich ist sie nicht. Dafür sollte ich aber die Art und Weise der Inszenierung, welche mit den einfachsten Mitteln und einem sehr geringen Budget ausgestattet ist, genauer unter die Lupe nehmen.
Zwar spielt sich die gesamte Handlung auf dem an einem See (Crystal Lake) gelegenen Waldstück ab, jedoch bedeutet dies keineswegs, dass die Produzenten nicht das Beste draus gemacht hätten. Langeweile bzw. unnötige Längen oder sich wiederholende Szenenabläufe gibt es hier so gut wie gar nicht. Am Setting und dessen Gestaltung scheitert es bei diesem Film nicht, denn man fühlt sich sofort "wohl" und eine dichte Atmospäre wird von Beginn an aufgebaut. Besonders wenn es die ganze Nacht über regnet, blitzt, donnert und ein Wind um die Holzhütten des Camps peitscht, stellt sich ein gewisser "Gruselfaktor" ein, der bis zum Schluss gehalten wird. Bei der Umsetzung wurde also an alles gedacht!

Lediglich die typischen Klischees, die auch heute noch besonders in Horrorfilmen Bestand haben, stoßen negativ auf. Kann jemand wirklich so dumm sein und, statt per Boot oder zu Fuß durch den Wald zu flüchten (Ich weiß: die Angst im Dunkeln), ständig von einer Hütte in die andere huschen, nur um anschließend erneut der Psycho-Mutter gegenüberzustehen und ihr ein weiteres Mal einen vor den Latz zu knallen. Dieses Spielchen wird mehrere Male abgespult, sodass ich mir zwischendrin die Frage stellen musste, ob der Film überhaupt ein Ende haben wird. Keine Ahnung, ob dem Drehbuchautor einfach nichts mehr eingefallen ist, aber diese Tatsache zieht den Film etwas ins Lächerliche und klaut dem Film einen Punkt in der Gesamtwertung.

Freitag der 13. mag Kult sein, aber ein guter Kultfilm sieht anders aus. Die meisten Morde sind einfallsreich und auch schön blutig, aber im Endeffekt einfach zu wenig. Allerdings können Spannung und die Gewissheit, dass alles handgemacht ist, den Film über die Durchschnittswelle hissen. Kein Meisterwerk von Horrorfilm, aber durchaus ansehnlich!

7/10

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