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Seit einem Massaker an ein paar Jugendlichen gilt "Camp Crystal Lake", besser bekannt unter dem Namen "Camp Blood" als verflucht. Dennoch unternimmt Jahre später trotz eindringlicher Warnungen eine Gruppe partysüchtiger Teenager den Versuch einer Wiedereröffnung. Schon bald tötet allerdings ein unheimlicher Killer einen nach dem anderen auf brutalste Art und Weise...

Daß "Freitag, der 13." einen derartigen Erfolg haben würde, hätte wohl niemand gedacht, am wenigsten wahrscheinlich Regisseur Sean S. Cunningham selbst. Der Film wurde mit minimalem finanziellem Budget finanziert, avancierte allerdings neben "Halloween" zu dem Prototyp des Slashers schlechthin. Dieses Phänomen zu erklären scheint schwierig, denn "Freitag, der 13." ist weder besonders toll inszeniert, noch besonders spannend. Aber gerade die etwas schmuddelige Atmosphäre und die verwackelte Kamera haben ihren Reiz. Was allerdings zu einem Großteil für den Erfolg dieses Films verantwortlich war, dürfte die im Gegensatz zu "Halloween" sehr drastisch dargestellte Gewalt gewesen sein. Auf psychologische Tricks zum Spannungsaufbau wurde fast völlig verzichtet, dafür hat man umso mehr in die Masken und Splattereffekte investiert, mit denen niemand geringerer als Tom Savini beauftragt wurde. Diese können sich auch sehen lassen: Laut Cunningham sollte der Film mit möglichst einfachen Mitteln möglichst schockierend wirken, was ihm sicherlich gelungen ist. Dem gesamten Werk liegt ein absolut plakatives, aber dennoch pragmatisches Schema zugrunde. Die Jugendlichen werden dann getötet, wenn sie "ungezogene" Dinge machen, die aus "Sex haben", "Drogen nehmen" oder Ähnlichem bestehen. Diese Schablone, die auch schon in "Halloween" verwendet wurde, ist seitdem aus dem Slasher - Genre nicht mehr wegzudenken. Wenn sie auch nicht durch diesen Film begründet wurde, so gewann sie doch durch "Freitag, der 13." eine gewisse Standfestigkeit und Universalität.
Nach "Halloween" brauchten die Leute ein neues Level, um geschockt zu werden und in "Freitag, der 13." wird durch die explizit dargestellten Morde genau das geboten.

Die Schauspieler sind durchweg farblos, es wird nicht einmal der Versuch unternommen, ihre Charaktere besonders auszuformen. Mit Kevin Bacon ist allerdings ein Darsteller dabei, dem später eine beeindruckende Karriere bevorstehen sollte. Ansonsten dienen die Jugendlichen nur als Kanonenfutter für den Killer und als "Opfer" von Savinis kreativen Schüben.

Die Musik, besonders die berühmten Soundeffekte von Harry Manfredini verfehlen ebenfalls nicht ihre Wirkung. Mögen diese auch erheblich plakativer ausfallen, als das geniale "Halloween" - Thema von Carpenter, brennen sie sich einem doch ins Gedächtnis.

Jeder Horrorfan muß "Freitag, der 13." einmal gesehen haben. Auch wenn er auf den einen oder anderen aufgrund seines sichtlich niedrigen Budgets, seiner hinlänglich bekannten Motive und Klischees heutzutage lächerlich wirken mag, ist er für die Geschichte des Slashers doch von immenser Bedeutung. Ohne diesen Film gäbe es die heutigen Serienkillerfilme wohl kaum. Der Kultstatus ist also völlig gerechtfertigt.
7/10 Punkte

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