Review

Vielleicht hätte ich mir die 2 Disc-limitierte "Crystal Lake Memories - Die ganze Geschichte von Freitag der 13." zulegen sollen, die 400 Minuten Outtakes, Interviews und Deleted Scenes, bzw. Deleted Kills beinhaltet, bevor ich mit diesem Film aus dem Jahre 1980 beginne, der elf Teile nach sich gezogen hat und somit bis heute die langlebigste Horror-Film-Reihe der Geschichte ist. Die "Halloween-Reihe", die ich auf gar keinen Fall mit den Jason-Filmen vergleichen möchte, muss da passen - auch "A Nightmare on Elmstreet" oder "Saw" (Halleluja) brachten es nicht auf solch eine Anzahl von Sequels, so dass ich hinter den Hype von "Freitag der 13." schauen möchte.

Ich hab diese Reihe ja schon einmal vor Jahren gesehen und nicht wirklich glückliche Erinnerungen daran - aber jetzt muss ein Film nach dem anderen dran glauben und natürlich beginnen wir mit dem allerersten Film, der diesen Hype auslöste und von dem legendären Sean S. Cunningham abgefilmt wurde, der mit seinen 72 Jahren (Stand heute) weniger Filme abgedreht hat, wie ich in einer Woche Frauen verschleiße. Cunningham, wer war das noch einmal ? Ach ja, er filmte legendäre Schinken wie "Deep Star Six" ab und wer von diesem Film nichts gehört hat, sollte erst gar nicht versuchen, andere Werke von ihm aufzugabeln, weil da nix, aber auch gar nix dabei ist, was nur eine Zeile wert wäre. Immerhin hat er sich als Produzent bei einigen Filmen verewigen können, aber es ist einfach kein Name oder gar eine Marke, die man sich merken muss.


"Freitag der 13. Teil 1" ist auf jeden Fall aus dem allerdümmsten Baukastenprinzip gebastelt, das hundsmiserable Schauspieler, eine grottenschlechte Story und gähnende Langeweile vorweisen kann. Selbst die brutalen Tötungen waren für die 80er Jahre zwar heftig - doch solche Brutalitäten konnte man auch schon vorher in diversen Kannibalen- oder Zombiefilmen sehen, so dass man nicht behaupten kann, dass sich dieser Film irgendwie auf besondere Art und Weise von anderen Filmen auf der psychischen Ebene der Brutalität abheben würde, sondern "Freitag der 13." war einfach ein weiterer "Wow"-Film, über den man staunen konnte.

Die Story um das Crystal-Lake-Camp ist klar. Ich denke nicht, dass diese Gegebenheit gespoilert ist, dass in dem ersten Teil Jason Voorhees nur als Kind für einen Wimpernschlag eine Nebenrolle spielt und seine "Mudda" der Gangster-Killer ist, so dass das Phänomen "Jason" noch gar nicht erschaffen worden ist. Es geht um das Camp, in dem vor Jahren die Pissboje Jason abgesoffen ist, weil der Trottel nicht schwimmen konnte und zwanzig Jahre später, als irgendwelche unbegabten Löffel das Camp während der noch nicht fertiggestellten Renovierung (!) schon für den damals absolut unbekannten Kevin Bacon und andere Lustmolche öffneten, ist totaler Schwachsinn und fühlt sich auch genauso an. Es gab keine Spannungskurve, nein, nicht einmal eine richtige Story, sondern einfach nur Geplenkel, was sich totlangweilig anfühlt, wenn einen da nicht die Morde am Einnicken verhindern würde.


Selbst Tom Savini, der für die Special Effects und somit für die grausamen Morde verantwortlich war, hat nicht seinen besten Tag erwischt. Klar, das sieht alles nicht schlecht aus, aber Savini kann mehr. Das hat er vorher und auch nachher bewiesen. Letztendlich bleibt nur der "Score" im Gedächtnis hängen, der zum Leidwesen eben nur eingesetzt wurde, wenn der Killer gerade "On Air" war. Ein weiterer Minuspunkt in meinen Augen. Es sei denn, man weiß diese Tatsache nicht! Und da gab es keine Flucht- oder Abwehrversuche - sondern einfach nur den nächsten Kill, der den relativ überschaulichen Bodycount in die Höhe trieb. Desweiteren bediente man sich aus dem "Baukasten für Dumme" an den Überlebenden. Ich glaube, nach knapp zehn Morden merkt die hellste Kerze auf der Torte, dass da etwas nicht stimmen kann. Nein, nicht nach dem ersten Vermissten schlägt das Bauchgefühl Alarm, sondern erst, wenn es noch eine Handvoll Schauspieler sind, die im Film mitwirken. Natürlich haut das Finale noch einmal einiges raus, aber es kann die fließende Langeweile nicht mit seiner Wirkung überbieten.


Also allen Ernstes, "Freitag der 13." ist in meinen Augen kein Cent wert, da er sich anfühlt wie heutzutage ein billiger DTV-Slasher, durch den man sich mit Alk und/oder Drogen durchwälzen muss. Historisch gesehen ist er mit Sicherheit mehr Punkte wert, wie ich jetzt vergeben werde und auch alleine der Grund, dass aus diesem Schund elf weitere Filme erschaffen worden sind, sprechen für diesen Film.

Aber ganz ehrlich Leute, der Film ist sozusagen komplett für den Anus und eigentlich nur wegen seiner Historie sehenswert. Man macht sich ja sonst keine Feinde.


3,5/10

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