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Nur kurze Zeit, nachdem Horror-Altmeister John Carpenter mit seinem Klassiker "Halloween" den Grundstein für ein ganzes Sub-Genre gelegt hatte, löste Sean S. Cunningham mit seinem preiswert, aber effektiv gedrehten Film "Freitag, der 13." eine Welle von aberdutzenden Splatterfilmen aus, die einen Großteil der 80er-Jahre dominieren sollten und ohne die das heutige Horrorkino nicht vorstellbar wäre.

Es gibt viele Gründe, warum "Freitag, der 13." für Genre-Fans zum unsterblichen Klassiker geworden ist: Da wäre die sehr einfache Story, die sich einzig und allein darum dreht, dass eine Gruppe junger Leute ein marodes Feriencamp zur Wiedereröffnung renoviert und dabei einer nach dem anderen einem unheimlichen Serienmörder zum Opfer fällt. Da wäre auch die Tatsache, dass der Film quasi alle Regeln des 80er-Jahre Splatters definiert: Der Mörder schlägt immer wieder mit einer neuen, blutigen Mordwaffe zu, die Kids trennen sich ständig, damit sie auch jeweils einzeln ermordet werdet können, und die sexuell aktiven Jugendlichen fallen dem Täter auf jeden Fall zum Opfer. Das sind heutzutage längst ausgelutschte Klischees, Ende der 70er-Jahre jedoch bedeutete dies ebenso wie der Spruch "Ich komme gleich wieder" oder "Wer ist da?" etwas Neues und durchaus Spannendes.

Sicherlich kann man über den künstlerischen Wert von "Freitag, der 13." streiten. Cunningham selbst hatte ja gesagt, er habe den ersten vollständig sinnlosen Film gedreht. Und tatsächlich funktioniert das Werk einzig und allein über das Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip. Einer nach dem anderen wird auf blutige Weise umgebracht, was den größten Teil des Films über kaum Spannung erzeugt, jedoch mit seinerzeit spektakulären und auch heute noch drastisch wirkenden Splatter-Effekten zu schocken weiß. Hier geht es weder um eine ausgefeilte Handlung noch um Figurencharakterisierung oder ähnliches. Einzig und allein der voyeuristische Spaß am Töten steht hier im Mittelpunkt und ist damit der Grundstein aller modernen Splatterfilme.

Und letztlich ist der Film ja durchaus souverän inszeniert: Wiederholte Subjektiven aus Sicht des Mörders, unterlegt mit der markanten, Gänsehaut erzeugenden Filmmusik von Harry Manfredini, sorgen ebenso für ein gewisses Maß an Spannung wie der bildhafte Kontrast zwischen beruhigend friedlicher Naturkulisse und den brutalen Morden. Und wenn man gegen Ende unversehens, ja fast beiläufig ins Finale rutscht, entwickelt sich plötzlich doch noch eine beängstigende Atmosphäre der Hilflosigkeit. Diese letzten fünfzehn Minuten fesseln mit ihrem hochspannenden Kampf ums nackte Überleben voll und ganz.

Neben den berüchtigten Splatter-Effekten vermag der Film darüber hinaus mit einer der effektivsten Schocksequenzen der gesamten Horrorfilmgeschichte zu überzeugen. Alles in allem gibt es also gute Gründe, warum "Freitag, der 13." zu dem Kultstreifen avancierte, der er heute für jeden echten Genre-Fan ist. Auch wenn er keinen großen künstlerischen Anspruch verfolgt, ist und bleibt er ein ewiger Klassiker eines umstrittenen, aber durchaus beachtenswerten Genres. Ein unumgehbares Muss für jeden Fan!

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