Review

Ich sollte es vielleicht lassen, die alten Kulthorrorfilme heutzutage zu gucken. Denn auch "Friday the 13th" enttäuschte mich, zwar nicht so sehr wie "Evil Dead I+II" (will sie nicht miteinander vergleichen), aber dennoch habe ich viel mehr erwartet.

Ein paar Freunde fahren zum abgelegenen Camp Crystal Lake, wo vor etlichen Jahren Jason Voorhees ertrunken ist. Dort angekommen passieren auch schon die ersten Morde...

Viel mehr gibt's da auch nicht zu sagen. Ich kenne sonst nur "Freddy vs. Jason" (den ich nicht mal zu der "Friday the 13th"-Serie dazurechnen würde) und weiß nicht, ob es in der weiterführenden Story der Serie noch etwas Aussagekräftiges gibt, aber die Story des ersten Teils ist nur Mittel zum Zweck. Der Schlussgag ist total unglaubwürdig und bescheuert und jeder der "Scream - Schrei!" vorher gesehen hat, wird auch mit dem Showdown keine große Überraschung erleben.

Aber die Story ist ja auch heute nie der große Pluspunkt der Slasherfilme. Also kommen wir zum nächsten Punkt: Gewalt. Der Film ist seit Jahren indiziert, aber wenn man heute Filme wie "Wrong Turn" ab 16 Jahren freigibt, frage ich mich echt, warum dieser Film immer noch auf dem Index steht. Viel brutaler als besagter Film ist er auch nicht und der Stempel "Keine Jugendfreigabe" würde heute vollkommen ausreichen. Die Morde sind alle sehr kurz ausgefallen und werden zum Teil gar nicht gezeigt und nur das "Resultat" wird nachher nachgereicht. Andere Morde werden dann doch recht brutal dargestellt (Bett+Pfeil), dennoch hat man das in der heutigen Zeit schon öfter blutiger und brutaler gesehen.

Außerhalb der Mordszenen gibt es mächtig viel Leerlauf. Es wird, anscheinend endlos, gezeigt wie die Jugendlichen Monopoly spielen oder kurz vor dem Showdown, wie eine von ihnen sich ihr Essen macht. Fiel den Drehbuchautoren nicht Sinnvolles ein, was man uns hätte zeigen können oder interessiert das jemanden? Aber neben diesen sinnfreien Abschnitten, die leider nicht selten vorkommen, sind dann nur die Morde und ein paar Storysequenzen, die aufgrund der fast nicht vorhandenen Story langweilig sind. Wenigstens während der Mordszenen kommt manchmal ein wenig Spannung auf, wozu auch die, immer gleiche, Musik einen Teil beisteuern kann. Schocks hingegen sind leider sehr, sehr rar gesät und man erschreckt sich so gut wie gar nicht, da die Morde zu vorhersehbar sind. Wenn dann allerdings doch mal einer "ausgelassen" wird und nicht stirbt, wenn man eigentlich denkt, dass er dran glauben muss, ist die Spannung dafür gleich noch etwas höher.
Der Rest der Atmosphäre hat mich nicht angetan. Die ewigen Kamerafahrten aus den Augen des Mörders sind schon nach kurzer Zeit langweilig, das eine Musikstück ist zwar anfangs ganz nett, dennoch mangelt es der Musik aber dementsprechend an Abwechslung. Die Locations im Wald und der Hütte hingegen sind nett dunkel und verdreckt (da hätten sie sich in der einen Woche Arbeit mächtig anstrengen müssen) und retten die Atmosphäre dann noch ein wenig.

Wo es sicher keine Rettung gibt, ist die Abteilung Schauspieler. Gott waren die schlecht. Hier werden die Begriffe Emotionslos (in allen Szenen, in denen sie nicht sterben) und Übertreibung (in den Szenen, in denen sie sterben) neu definiert.

FAZIT:
"Friday the 13th" ist ein Kultfilm. Aber auch nur weil er der Begründer der zurzeit wieder abebbenden Slasherfilme ist. Die Schauspieler sind schlecht, die Story ist eigentlich nicht vorhanden und die Kameraführung ist langweilig. Die teils ganz nette Atmosphäre und ein paar Szenen, in denen Spannung aufkommt, machen ihn zu einem verträglichen Film. Nicht total scheiße, aber auch garantiert kein Meisterwerk.

Details
Ähnliche Filme