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Der Psychologe Prof. David Ash wird zu einem noblen Landsitz eingeladen, um paranormale Erscheinungen der alten Haushälterin aufzuklären. Außer ihr leben auf dem großen Anwesen noch drei Geschwister: der skeptische Maler Robert, der Scherzbold Simon und die attraktive Christina, die David direkt auf die Pelle rückt. Trotzdem der Wissenschaftler nicht an Geister glaubt, hat er in dem alten Gebäude unerklärliche Erscheinungen, zudem quälen ihn Visionen von seiner früh verstorbenen Schwester, für deren Tod er sich verantwortlich fühlt. Was dann folgt sind ein paar simpel aber solide umgesetzte Tricks mit Wind- und Pyroeffekten, während sich die Story immer mehr der zunächst latenten Beziehung zwischen den Hauptfiguren hingibt. Regisseur Lewis Gilbert kann man zwar eine Arbeit ohne große Patzer für "Haunted" bescheinigen und die Story mit ihrem halbwegs überraschenden Ende ist nett arrangiert, doch sollte man hier keinen wirklichen Grusel- oder gar Horrorfilm erwarten. Dafür bleibt die Atmosphäre stets zu sehr auf dem Boden der Tatsachen, gleich dem Hauptprotagonisten. Dieser wird ebenso gut von Aidan Quinn verkörpert, wie die freizügige Landpomeranze von Kate Beckinsale. Das ihre Rolle nun darin besteht, sich dem Besucher über 104 min anzubiedern, während sie ein Verhältnis mit ihrem Bruder führt, ist ein wenig armselig, aber sei es drum. Letzlich wird aus der Geistergeschichte eben mehr ein Familien- und Liebesdrama, wenn auch clever inszeniert und mit einigen Rätseln für den Zuschauer gespickt. Was "Haunted" vor allem ausmacht, ist die gute Regiearbeit, die einen interessanten Thriller, aber keineswegs einen Horrorfilm hervorzaubert.

Fazit: Weniger Gruselschocker als "rate mal wer mit wem", wozu hier Geister mißbraucht werden, wie gemein. 5/10 Punkten

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