Wie Kleinkinder ermahnten uns in den 70ern und frühen 80ern Horrorfilmtitel, was wir alles zu tun, vor allem aber gefälligst zu lassen hatten. Sie rieten uns: “Don’t Open the Door”, “Don’t Look in the Basement”, “Don’t Open the Window”, “Don’t Go in the Woods… Alone!”, usw.
“Don’t Go in the House” (zu deutsch: „Das Haus der Lebenden Leichen“) ist nun ein weiterer Vertreter jener Filme, die der Fake-Trailer „Don’t“ aus „Grindhouse“ auf die Schippe nimmt.
Die Story:
Donald kommt von der Arbeit nach Hause. Er findet seine Mutter tot vor, sie hat während seiner Abwesenheit das Zeitliche gesegnet. …“GEIL! PARTY!“, ist Dons erste Reaktion bevor er anfängt Frauen zu entführen und diese in einem extra präparierten Raum im Keller am Fleischerhaken aufhängt und mit einem Flammenwerfer röstet. Die tote Mama bekommt derweil ein Zimmer im Obergeschoss und alle leben glücklich bis an ihr Ende. Würde sich die Dahingeschiedene nur nicht weiterhin mit guten Ratschlägen an ihren Sohnemann wenden…
Fein! Lebenden Leichen gibt’s hier nicht, dafür drängen sich einem gleich eine ganze Wagenladung voll Filme auf, an die einem dieses Erzeugnis erinnert. Klare Einflüsse von „Psycho“, „TCM“ oder „Deranged“ sind nicht von der Hand zu weisen. Die Art, wie der Streifen seinen Serienkiller portraitiert, erinnert aber auch an fiese Bastarde wie „Mosquito – Der Schänder“, „Maniac“, „Blutbad des Schreckens“ oder „Three On A Meathook“.
Die Geschichte des kontaktgestörten Soziopathen, des Psychokillers mit dem Kindheitstrauma war also damals schon nicht mehr wirklich innovativ.
Was gibt’s hier sonst noch zu bestaunen:
Ein altes Haus, pudelnackte Weiber am Fleischerhaken, eine hauseigene Verbrennungsanlage, höllisch-dämliche Halluzinationen und Hirngespinste, die imaginäre Flüsterstimme der toten Mutti, ein brennender Pfaff…
Die eine Szene, in der Donald ein am Fleischerhaken hängendes Mädel abfackelt, ist tatsächlich ganz sehenswert. Insgesamt glänzt der Streifen aber hauptsächlich durch seinen hohen Sleaze-Faktor und seinen aus heutiger Sicht sympathischen Schmuddelscharm. Man tut gewiss nicht unrecht daran den Streifen als schlecht zu bezeichnen. Fans des skurrilen Trashs dürften aber ihre Freude an dem Teil haben.
„Sie war eine sehr böse Frau! Du kannst jetzt alles tun, was du willst! Jetzt bist du frei! Ganz frei!“
– „Frei? Äh… Darf ich laute Musik spielen?“
Fazit:
Psychopathen-Horrorthriller mit gefährlich hohen Sleaze-Werten. Käse hoch Drei, hat aber dennoch seinen Scharm.