Inhalt und Kritik zu "Don't go in the House" von Joseph Ellison
Im Kohler-Anwesen hängt der Haussegen schief, Danny wird von Kindheit an von seiner tyrannischen Mutter gequält und unterdrückt. Der Junge entwickelt sich zu einem verschlossenen Mann mit Verhaltensstörung. Als die Mami endlich stirbt, befreit sich seine ganze aufgestaute Wut, er stopft seine herrische Mutter aus, überredet junge Frauen, mit ins Haus zu kommen, um sie dort unter Qualen zu verbrennen. Doch so richtig befreiend wirkt nicht einmal das, der junge Kerl wird von bösen Visionen mit seiner Mutter gequält.
Ihr habt ganz recht, das wird wohl kein so gutes Ende für den Kohler-Jungen geben. Die teilweise sehr herbe Mischung aus Ed Gein, Maniac und ein bisschen Grusel, wobei die von vielen Covern ausgestrahlte Spukhausthematik kaum angeschnitten wird. Danny ist ein kleiner Psycho, viel mehr steckt hinter dem fatalen Kindheitstrauma nicht. Die Inszenierung glänzt keineswegs und versucht gar nicht erst irgendwelche Spielereien, obwohl das ganze einigermaßen solide gefilmt wurde und das fertige Werk auch ungewöhnlich brutal wirkt. Dass ein solchermaßen thematisierter Film keinen Spass macht, ist wohl verständlich, aber es kann zumindest schockieren, wenn ein wichtiger Punkt erfüllt ist: die Rolle des Killers muss glaubhaft und beeindruckend gespielt sein, was hier nicht so der Fall ist. Bemühen? zweifellos, aber Fehlbesetzung auch. Die Effekte sind, wenn es um die Verbrennungen geht fast schon zu gelungen; das Finale ist einfach aus "Maniac" kopiert, was bei den Fans übel aufstoßen dürfte, auch ansonsten vermisst man eigene Ideen.
Die Fassung aus den Niederlanden ist meines Empfindens nach ungekürzt, aber völlig falsch eingestuft: dieses schockierende Werk, das seine einzigen Höhepunkte in den heftigen Burn-alive-Szenen hat, wurde dort sträflicherweise ab 14 Jahren freigegeben. Ziemlich krank das.
Fazit: Nicht leicht erträglich, ohne das Zeug zum Klassiker, aber nicht so übel wie sein Ruf. Es gehört wohl doch auch dazu,dass so ein Thema wie Massenmord dem Zuschauer zwangsweise auf den Magen schlägt.
Härte: 6 von 10
Gesamteindruck: 4 von 10