Review

Es ist mal wieder die böse Mutter, die nicht erst seit Blochs „Psycho“ aus unschuldigen Kindern psychopathische Killer werden lässt. Mal abgesehen von den annähernd ausbleibenden lebenden Leichen kann sich die Geschichte nicht zwischen Drama und Slasher entscheiden und gerät bereits nach dem ersten Drittel gehörig ins Straucheln.

Donny (Dan Grimaldi) führt eine Hassliebe zu seiner Mutter, die er eines Abends tot im Wohnzimmer vorfindet. In einem Zustand zwischen frisch gewonnener Freiheit und unausgesprochenem Hass schleppt Donny fortan Frauen ab, um sie in einem extra eingerichteten Raum per Flammenwerfer zu grillen…

Zwei kleine Flashbacks verdeutlichen früh das Martyrium Donnys, dem als Kind die Arme über der Gasflamme verbrannt wurden, weshalb der junge Mann ein zweifelhaftes Verhältnis zu Feuer und Frauen hat. Als ein Arbeitskollege in der Fabrik Feuer fängt, ist Donny unfähig zu helfen, was sein Trauma umso mehr strapaziert.
Die Einführungsphase wird insofern gut genutzt, als dass man zur Hauptfigur ein ambivalentes Verhältnis aufbaut, zwischen Mitleid und Verachtung weiß man nicht, ob Donny am Ende ungeschoren davon kommen soll oder ob er (vielleicht aufgrund der eindringlichen Worte eines aufgesuchten Priesters) noch die Kurve kriegt.

Auch der erste Mord und seine Begleitumstände werden unterhaltsam in Szene gesetzt, als er eine Blumenverkäuferin unter einigen Vorwänden mit Heim nimmt, um sie anschließend niederzuschlagen. Es baut sich eine Verbindung zwischen Täter und Opfer auf, die im weiteren Verlauf sträflich vernachlässigt wird, denn das zweite Opfer endet binnen weniger Schnitte als verkohlte Leiche und auch den übrigen ergeht es kaum anders.
Ansatzweise interessant sind noch die Halluzinationen und Psychosen in Form flüsternder Stimmen und Mutters vertrockneter Leiche am Treppenabsatz, doch weitere Spannungsmomente finden sich bis zum Showdown fast gar nicht.

Eher verbringt man zuviel Zeit im Bekleidungsgeschäft und in der Disco und telefoniert zu häufig mit dem Arbeitskollegen, anstatt sich intensiver mit Donnys Vergangenheit auseinanderzusetzen oder diverse Ableben etwas anschaulicher zu gestalten.
Ohnehin halten sich die Effekte arg in Grenzen, da lediglich ein verbrennendes Opfer zu sehen ist, wobei mit Overlay, also mit überlappenden Bildern gearbeitet wurde, während zwei weitere Pyro-Effekte mit entsprechender Kleidung ein wenig drastischer gestaltet wurden.

Zwischen dem typischen 80´s Disco-Sound und schrägen Synthie-Klängen bietet das Portrait eines geisteskranken Pyromanen wenig Abwechslung, geschweige denn mitreißende Konfrontationen, auch wenn es zum Finale ein wenig temporeicher vonstatten geht.
Die Darsteller bewegen sich auf gerade noch passablem Niveau und auch die Kamera könnte zuweilen etwas versiertere Einstellungen liefern, während die Ausstattung, insbesondere der verkohlten Leichen recht ansehnlich ausgefallen ist.
Dennoch insgesamt kein sonderlich innovativer Genrefilm, denn für Freunde des Slashers bietet er schlicht zu wenige Grausamkeiten und für Dramenfans geht er nicht genügend in die Tiefe. Da sollte man sich von dem reißerischen Titel besser nicht täuschen lassen, denn gesehen haben muss man den Streifen nicht.
4 von 10

Details
Ähnliche Filme