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Samurai-Schildkröten suchen sinnlos Streit

Mit diesen Turtles stimmt etwas nicht. Das wusste ich schon als kleines Kind. Sie sind heller, dünner, unechter, an ihnen ist viel mehr Plastik und viel weniger Seele. Und das trotz spürbar mehr Beweglichkeit (was in den wenigen Kämpfen hilft). Doch die veränderten Looks meiner vier Lieblingsschildkröten waren nicht das Einzige, was in diesem Zeitreiseabenteuer schief läuft. Zu sagen, dass es nicht mehr die alten Turtles sind, ist leider kaum eine Übertreibung. Denn "Turtles III" wirkt eher wie ein missglückter TV-Film des beliebten Franchises, ein Schnellschuss ohne Sinn und Leidenschaft. Kein Vergleich zu den beiden launigen Vorgängern, die ohne Nostalgiebrille sicher auch schon nicht kritikfest sind. Doch dieser Ausflug in das feudale Japan, ist ein echter Gähner.

Die Idee ist eigentlich ganz cool und hat wohl auch den Machern des brandaktuellen "Batman Ninja" gefallen: durch ein mysteriöses Zepter, das April vom Trödel mitbringt, werden sie und die Ninja Turtles in das mittelalterliche Japan geschleudert und müssen dort... ja, das ist wohl selbst den Drehbuchschreibern nicht ganz klar gewesen. Irgendetwas mit einer Prinzessin und bösen britischen Kolonialisten. Und zurückkommen wäre natürlich auch noch ganz schön, denn dort warten Casey Jones und Splinter auf die Jungs... An "Turtles III" ist es schwer ein gutes Haar zu lassen. Das Setting ist das bisher epischste, die Umsetzung aber die lauwärmste. Die vier Turtles sind quasi nicht mehr voneinander zu unterscheiden, es dauert Ewigkeit bis sie mal ans Kämpfen kommen und Casey Jones ist so gut wie verschenkt. Alles wirkt künstlich und wenig interessant, die Geschichte geht einem am Pöppes vorbei. Man hat dauernd das Gefühl, dass mehr drin gewesen wäre und man sich etwas überhoben hat. Script und Talent und Budget kebbeln sich wie kleine Kinder. Selbst Splinter sieht aus wie aus der Geisterbahn. Man hört keinen Herzschlag in diesem Wirrwarr. Und daher kann man ihn nur Hardcore-Fans der kessen Schildkröten zumuten. Wo ich mich mal einordne. Und daher einen Gnadenpunkt extra gebe.

Fazit: starker Druckabfall im Turtleland - das dritte und letzte Abenteuer der Schildkröten ist kaum der Rede wert und zum Teil sogar wirklich langweilig, ärgerlich, belanglos. Meilenweit entfernt von cooler Unterhaltung. Egal wie alt man ist. Trotz netter Grundidee! 

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