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In den 80er Jahren wurde es für Charles Bronson, den Mann mit steinerem Gesicht und ohne Eigenschaften, sowie anderen 70er Jahre Actionhelden immer schwieriger die Kinosäle zu füllen. Bruce Willis, Arnold Schwarzenegger und Sylvester Stallone beherrschten immer mehr das Action Genre und verdrängten die alte Garde. Charlie Bronson konnte trotzdem nochmal die große Kassa mit Rächer Filmen wie Death Wish 2,3,4 oder Murphy’s Law machen. Einer dieser Selbstjustiz Dramen war auch Der Liquidator (That Evil that Men do). Der deutsche Titel ist in gewisser Weise passender, als der etwas zu literarisch klingender Originaltitel.

Die Handlung ist recht simpel gestrickt. Ein sadistischer Dokter foltert nach Herzenslust in einem Lateinamerikanischen Staat. Ihm zur Seite stehen seine Schwester und mehrere Leibwächter. Holland (Charles Bronson) ein ehemaliger Berufskiller wird nun beauftragt diesen Mann zu töten. Angewidert von diversen Videos übernimmt er nach anfänglichen Nein, dann gratis den Auftrag. Doch auch die CIA schützen dieses Ungeheuer. Holland und Rhiana, die Frau eines Opfers, beginnen nun ihren Rachefeldzug, bis es zu einem Showdown in einer Opal-Mine kommt.

Der Film selbst ist, in ungeschnittener Form, eine recht blutige und gewalttätige Angelegenheit. Mit der Selbstjustiz scheint hier niemand ein Problem zu haben, dagegen wird der Hass des Zuschauers auf den Doktor so richtig angeheizt. Der Doktor selbst erinnert stark an diverse NS-Ärzte aus Filmen wie „Der Marathon-Mann“ (1976) oder „ The Boys from Brazil“ (1978). Immer fein gekleidet, aber in der Hinterkammer eine Folterstube die Hostel entsprungen sein könnte. Ein anscheinend geisteskranker Arzt, der foltert und mordet für die Staatssicherheit. Interessant, dass hier die Nebencharaktere die allesamt nur allzu menschliche Laster besitzen. Gerade in der ersten Hälfte entwickelt der Film eine gewisse Stärke, für die auch der stimmige Soundtrack verantwortlich ist. Um diesen Film nicht überbewerten zu wollen, doch ist der Liquidator einer der wenigen Charlie Bronson Filme mit einer gewissen Botschaft. Auch wenn diese die Zustände in einigen Dritte Welt-Diktaturen nur in vereinfachter Form anprangert, an der anscheinend der örtliche CIA Agent nicht ganz unbeteiligt zu sein scheint. Dieser hat nämlich ein Interesse den Doktor samt Schwester zu schützen als diese aus dem Weg zu räumen.

In einer der besten Szenen der ersten Halbzeit lockt Holland samt Rhiana einen der Leibwächter, dieser erhofft sich ein schönes Dreier-Erlebnis, in ein Hotelzimmer und tötet diesen dann per Messer. Der Leibwächter verfolgt blutüberströmt Charlie ins Badezimmer und stirbt. Ähnlich drastisch geht es dann auch bei weiteren Tötungsszenen zu. Den Ballermann packt Charlie erst gegen Ende des Films aus, als es darum geht einige lästige CIA Männer weg zu pusten. Auf den Doktor wartet natürlich ein weit weniger angenehmer Tod, auf den man sich schon den ganzen Film gefreut hat. Den kaltschnäuzigen und zynischen Charlie Bronson Humor sucht man allerdings verzweifelt.

Der Liquidator selbst ist nur ungeschnitten auch tatsächlich anschauungswürdig. Von Regisseur J. Lee Thompson, verantwortlich auch für wenig zimperliche Werke wie Die Kanonen von Navarone (1961) oder Die Eroberung des Planten der Affen (1972), sehr routiniert und schnörkellos gedreht. Wie gesagt sicher einer der gewalttätigsten und blutigsten Filme mit Charlie Bronson. Die Gewalt und Actionszenen wirken realitätsnah und Aspekte im Film spiegeln in leichter Weise auch die Zustände Dritter-Welt Diktaturen dar. Mit Sicherheit einer der besseren 80er Charlie Bronson Actionreißer.

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