Review

Don't Spook Now

Weit bevor Hollywood z.B. mit dem "The Grudge"-Franchise Brücken nach Japan schlug, gab es dieses Kleinod, das auf den klangvollen und vollmundigen Titel "The House Where Evil Dwells" hört und von einer amerikanischen Familie erzählt, die wegen der Arbeit des Mannes in ein verfluchtes Haus in Kyoto zieht und es mit rachdurstigen, gewieften Geistern zu tun bekommt...

The Japanityville Horror

Ich glaube, "The House Where Evil Dwells" will wesentlich mehr gruselige Aura ausstrahlen als er es dann im Endeffekt tut. Richtig ernst nehmen kann ich ihn nicht. Er wirkt immer etwas off und seltsam geschnitten. Nicht direkt Trash oder Grütze - aber mindestens genauso weit weg von einem Qualitätsschocker. Vielleicht hat Toei zu sehr eingegriffen. Vielleicht war man sich nicht ganz sicher, was man denn nun sein will. Viel Sex, viel Eheprobleme, viel Beziehungstratsch, wenig aus all seinen Prämissen gemacht. Die japanische Kultur aus amerikanischem Blickwinkel war für die Zeit noch recht frisch. Und die Effekte, wie sich die alten Geister ins Bild schleichen und rotoskopieren gefallen mir echt gut. Die Laufzeit hält sich nicht zu lange auf - gerade wenn man das zehnminütige Intro auch noch mehr oder weniger abzieht. Zudem fällt es schwer einer derart freizügigen Susan George zu widerstehen - ob geistlich oder nicht. Und doch werde ich einen faden, lähmenden Beigeschmack nicht los. Es ist weder Burger noch Sushi.

Sayonara, Ghost O'hara!

Fazit: die Verschmelzung der Kulturen und Schocks ist ein netter Ansatz im Gruselgenre und ein paar bizarre Japanoeinfälle (Krabbe!) unterhalten famos, trashig, exotisch. Insgesamt reicht es aber nicht für viel mehr als Durchschnitt. Mit Bambusbonus. Ehedrama trifft creepy Cultureclash.

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