An diesem Film werden sich die Geister scheiden, dieser Film wird kontrovers beurteilt werden, diesen Film wird man lieben oder man wird ihn hassen.
Warum?
Weil er maßlos übertrieben ist, unrealistisch und weit mehr noch kitschig als "My sassy Girl" jemals war. Er ist zuviel auf einmal, Komödie, Drama, Melodrama, Actionfilm und am Ende ist dieser Film ein Märchen.
Warum gebe ich dennoch 8 Punkte für Windstruck?
Weil ich die Bereitschaft hatte mich verzaubern und entführen zu lassen, ich wollte mich berieseln lassen und ich wollte Cutie Jeon Ji-hyun bewundern. Und das hat halt wunderbar geklappt.
Kurz zum Inhalt :
Die absolut gewissenhafte Polizistin Yeo Kjung-jin ( Jeon Ji-hyun ) verhaftet fälschlicherweise den schüchternen und sehr zurückhaltenden Physiklehrer Ko Myung-wu ( Jang Hyuk ) . Er ist natürlich unschuldig, landet aber dennoch am Ende angekettet an ihr um mit ihr die Nacht zu verbringen. Diese Nacht gestaltet sich allerdings so überhaupt nicht typisch, dennoch ist das Ergebnis gleich, es funkt gewaltig zwischen den beiden. Von nun an sind sie ein Paar und der Film läuft bis hier wie eine Komödie.
Ein Unfall zerreisst die Stimmung urplötzlich und der Film wird extrem melodramatisch, es wird extrem aufgetragen und am Ende driftet er gar ab ins märchenhafte. Zugegeben ein harter Wechsel und dem Betrachter wird schon einiges abverlangt, dennoch ist das alles doch wunderschön anzuschauen. Ich will als Zuschauer doch unterhalten werden, ich will mitheulen und mitfiebern, mitkämpfen und mitsterben, wenn ein Film das schafft hat er mich doch berührt. Vielleicht sollte ich auch sagen ich lies es zu dass er mich berührt. Auch aus diesem Grund die hohe Bewertung.
Beide Schauspieler tragen den Film wenn auch Jeon Ji-hyun´s Präsenz deutlich hervorzuheben ist, sie hat den deutlich schwereren Part und ist die absolute Hauptperson. Ja und sie ist auch weiterhin das Cutie aus Korea, ihre Mimik und ihre Gestik können schon bezaubern.
Noch ein Satz zur Musik ; natürlich wurden hier alles westliche Popliedchen abgekupfert, dennoch wer daneben ein solch melancholisches Klavierstück wie Satie´s 1.Gymnopedies und als Gegenstück das lustig und keck verspielte Le Piccadilly ( ebenfalls von Erik Satie ) aussucht, der macht sich rege Gedanken und kennt sich auch gut aus.
Wie gesagt nicht alles an der Handlung ist realistisch und das will es auch nicht sein, die Märchenszene in der ersten Hälfte des Films nimmt sich doch schon fast selbst aufs Korn. Aber Märchen wollen doch auch träumend erzählen und verzaubern. Auch wenn "Windstruck" ein trauriges Märchen ist ( da sind wohl viele Tränen in Korea´s Kinos geflossen ) , ich fand den Film so herrlich unrealistisch dass es schon wieder schön war, einfach nicht von dieser Welt... ein Märchen halt.