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Nach einer Schulfeier geraten vier junge Menschen in die Fänge von Leatherface und seiner kranken Familie.

Kim Henkel, der für Tobe Hoopers Kettensägenfilm bereits das Drehbuch schrieb, absolvierte mit "Texas Chainsaw Massacre - Die Rückkehr" sein Regiedebüt, welches bei den Kritikern durchweg durchfiel, denn es ist lediglich ein gefühltes Remake des Kultklassikers dabei herausgekommen, wobei diesem nichts wesentlich Neues hinzugefügt wurde und hinsichtlich Athmosphäre und Terrorstimmung nicht annähernd die Stärke des Originals erreicht wird.
Die Geschichte ist fast identisch mit der des Werkes von 1974 und es wurden nur minimale Änderungen vorgenommen. So fängt das Ganze mit einer Schulfeier an, von der aus die vier Hauptleidenden auf Reisen gehen und die bekannten Torturen durchmachen. Von der Charakterzeichnung bleiben diese Opfer sehr eindimensional und auch die schwachen Schauspieler sind nicht in der Lage, diesen ein stimmiges Erscheinungsbild zu geben. Selbst die Leistungen von Renee Zellweger, die ja inzwischen keine Unbekannte mehr ist, enttäuscht in ihrer Rolle als weibliche Hauptfigur und kann die Wandlung vom Mauerblümchen zum kämpferischen Opfer nicht glaubhaft umsetzen. Die Leistungen von Marilyn Burns, dem Opfer aus dem Erstling, die hier ganz am Ende einen Cameoauftritt inne hat, stehen unerreichbar weit über diesem Quasi-Remake.
Auf Seiten Leatherfaces Familie gibt es ein paar neue Charaktere, wie den literaturzitierenden Hinterwäldler, den mit einer elektrischen Beinstütze ausgestatteten Möchtegerngott, der von Matthew McConaughey verkörpert wird, der sich als einziger Darsteller des Films positive Lorbeeren verdient oder die brustimplantierte Opferlieferantin. All diese Figuren sind äußerst überzeichnet, wobei dies sehr aufgesetzt wirkt und daher nicht für Unterhaltung sorgt, wie beim comichaften zweiten Teil der Kettensägenreihe. Selbst Leatherface kann nicht überzeugen, denn aus dem bedrohlichen Koloss ist eine weinerliche Tunte geworden, die einfach nur nervt anstatt zu schockieren. Zudem dient seine Kettensäge nur noch als schmückendes Beiwerk und kommt überhaupt nicht mehr als Mordwerkzeug zum Einsatz.
Sowieso kann der Film hinsichtlich des Härtegrades nicht punkten. Es gibt zwar fast eine 1:1 Umsetzung der legendären Fleischerhakenszene und auch die Tischsequenz mit der Familie ist vorhanden, aber das Ganze ist so mau umgesetzt, dass keine Terrorstimmung aufkommt. Zum einen sind die darstellerischen Leistungen, wie bereits erwähnt, nicht besonders glaubhaft und zum anderen wirkt das Geschehen wie eine abgespeckte Version des Originals. Hinzu kommen Ärgerlichkeiten wie ein plötzlich vom Tisch aufstehender und weggehender Grandpa, der in allen anderen Teilen eine totengleiche Rolle einnahm oder die ständigen Rangeleien der Familienmitglieder, die immer wieder eine Flucht der von Renee Zellweger verkörperten Figur ermöglichen.
Auch die Musik ist oftmals fehl am Platz und regt eher zum Headbangen an anstatt eine spannungssteigernde Wirkung zu erzielen. Ebenfalls negativ fällt die Beleuchtung auf, die bei den Nachtszenen viel zu hell ausfällt und bei der Ledergesichthausstelle keine stimmigen Bilder erzeugt.

Insgesamt ist dieser vierte Teil der "Texas Chainsaw Massacre"-Reihe eher ein Remake als eine Fortsetzung, aber egal als was man diesen auch ansieht, überzeugen kann er nicht, denn die Story und vor allem auch die Umsetzung weisen erhebliche Schwächen auf, so dass man sich lieber zum x-ten Mal Tobe Hoppers Version als dieses laue Filmchen hier anschaut.

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