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Die Brüder Cosmo, Lenny und Victor leben im New York des Jahres 1946. Ihr Revier ist "Hell's Kitchen", eine verrufene Gegend. Die drei versuchen, sich mit allerlei Tricks und kleinen Betrügereien über Wasser zu halten, bis Cosmo und Lenny die Idee haben, ihren muskelbepackten kleinen Bruder beim Catchen zu managen. "Kid Salami", so nennt sich Victor nun, ist eigentlich ein sanfter Riese, aber bei den Kämpfen in der "Paradise Alley", einer zwielichtigen Arena für Schaukämpfe, wird er bald zum gefürchteten Gegner.

Nach dem weltweiten Erfolg von Rocky hatte Stallone offensichtlich freie Hand bekommen und legte vor der Fortsetzung seine erste eigene Regiearbeit hin. Auch wenn die Thematiken ähnlich sind, hier Ringen dort Boxen, geht Vorhof zum Paradies in eine andere Richtung. Zwar haben wir es auch mit Underdogs zu tun, die sich mehr schlecht als recht durchs Leben schlagen müssen, aber Zentrum ist doch deutlich das Verhältnis und der Zusammenhalt der drei Brüder.
Diese könnten charakterlich kaum unterschiedlicher sein. Cosmo der Wilde kratzt ständig die Grenze zur Legalität, Lenny ist der Besonnene der mit seinem Bestatterjob auch nicht wirklich ist und Vic ist der sanfte Riese mit dem einfältigen Gemüt. Dieses Trio durchfährt eine emotionale Achterbahn, nachdem durch Vic und seine Bärenkräfte sich eine große Chance für Einnahmen bei illegalen Ringkämpfen aufgetan hat, der aber natürlich Verletzungen drohen.
Hier schießt das Script meines Erachtens einen großen Bock, denn erst ist Cosmo der auf die Kämpfe drängt und Lenny derjenige, der um Vivc Gesundheit besorgt ist, ein paar Kämpfe und fünf Screenminuten später haben dann beide ihre Charaktere ins genaue Gegenteil verkehrt. Keine Ahnung warum.
Ein Actionkracher darf man auch nicht erwarten. Ein paar eher harmlose Kloppereien im Ring mit ein paar Wrestling Moves ist das höchste der Gefühle. Immerhin gibt es einige lockere Dialoge zum schmunzeln, aber im Gegenzug auch wieder Längen, weil sich natürlich zwei Brüder um dieselbe Frau buhlen müssen. Die Milieustudio ist ganz nett, aber mehr auch nicht. Die Story braucht einfach auch zu lange, um in die Pötte zu kommen, viele Nebenplots wiederholen sich (Frauengeschichten, Cosmos Lieblingsatz "Ich bin sensibel").
6/10

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