Alte Häuser sind immer gut, um dem Zuschauer einen kalten Schauer über den Rücken zu jagen. Im Prinzip verkörpern sie schon fast das perfekte Klischeebild des modernen Horrorfilms, in dem das Böse irgendwo zwischen Balken, Treppenabsatz und Dachstuhl lauert. Auch der 1973 gedrehte Chiller "Blutnacht - Das Haus des Todes" setzt auf so eine Location, die früher mal ein Irrenhaus war, nun aber als Schauplatz für neue Morde herhalten muss...
Liest man die anderen Reviews, so kommt man nicht selten zu dem Schluss, dass es es sich bei "Silent Night, Bloody Night" (OT) um einen echten Geheimtipp handeln sollte. In der Tat verströmt das alte Gemäuer so etwas wie Psycho´esques Grauen. Die Story bietet allerhand Twists and Turns, sogar mal einen blutigen Axtmord und am Ende einen richtig bizarren schwarz/weiß-Flashback.
Trotzdem wirkte "Blutnacht - Das Haus des Todes" auf mich irgendwie blutleer. Zwar ist der Horror mitunter schön unterschwellig, doch kommt die Geschichte etwas arg langsam in Fahrt, um letztendlich mitreißen zu können. Teilweise kommt der Film wie ein Frühwerk von Stephen King daher, der Tod und Terror in den Blumenbeeten der Vorstädte ruhen lies. Allerdings ist das Wort Horror doch ein wenig weit hergeholt, ich würde den Streifen mehr als Thriller kategorisieren.
Auch die Schauspielerleistungen gehen in Ordnung, zumal die Besetzung mit einigen echten Kultstars (Mary Woronov, John Carradine, Candy Darling) besticht. Alles in allem kein schlechter Early-70s-Chiller, als Geheimtipp würde ich ihn jedoch nicht bezeichnen. 6 von 10 Punkten.