Chistopher Lambert spielt einen einsamen Wanderkrieger namens Beowulf, der an den Hof eines Fürsten gelangt. Außerhalb des Hofes wüten diverse Krieger und aufgebrachte Bauern, aber innerhalb der Festung ist es noch unsicherer, da dort ein Monster sein Unwesen treibt, das bereits mehrere Menschen getötet hat. Beowulf beschließt, die Kreatur zu töten.
Dies ist jetzt normal der Absatz, in dem ich etwas zur Story schreibe, aber die Handlung des Films kann man eigentlich gar nicht als solche bezeichnen. Natürlich sind die Charaktere billig konstruiert, selbstverständlich ist der Film unglaublich vorhersehbar und heroisch und zu allem Überfluss ist die Handlung auch noch unglaublich unrealistisch, unlogisch und dämlich. Das Schlimmste ist jedoch, dass sich dieser Film trotz seiner offensichtlich dämlichen Handlung unglaublich ernst nimmt und nicht einmal einen Anflug von Selbst-Ironie bietet. Auch die Love-Story um den Beowulf ist unglaublich flach und überflüssig und bremst somit die Handlung aus. An dieser Story gibt es wirklich nichts Gutes.
Der Film ist überhaupt nicht unterhaltsam. Nachdem der Beowulf dann endlich in der Festung ist und der Film so allmählich einmal zünden sollte, passiert gar nichts. Durch die dämliche Handlung und die, nicht einmal im Ansatz gespannte Atmosphäre kann der Film keine Spannung aufbauen und, weil er sich selbst zu ernst nimmt und nur wenige Action-Szenen bietet, kann er nicht einmal unterhalten. Als Zuschauer hat man eigentlich die ganze Zeit über den Wunsch, dass dieser Schund endlich ein Ende findet.
Es wundert mich überhaupt nicht, dass dieser Film das letzte Werk in der Karriere von Regisseur Graham Baker ist. Er konnte auch vor "Beowulf" nicht unbedingt glänzen, doch was er hier abliefert ist eine Frechheit. Die Kampfszenen, die eigentlich den einzigen Grund darstellen, sich den Film überhaupt anzusehen, sind lächerlich. Lambert hüpft ein bisschen nervös durch die Gegend und auch die Computer-Spiel-Effekte am Ende des Films können wirklich niemanden vom Hocker reißen. Während wenigstens die Kulisse einigermaßen solide und düster geworden ist, ist die Atmosphäre nicht einmal gespannt. Durch die grausamen Techno-Klänge, die in einem Monumental-Film eigentlich überhaupt nichts zu suchen haben, kann überhaupt keine Atmosphäre aufgebaut werden. Dieser Fehler bei der Auswahl der Musik ist wirklich unverzeihlich. Baker leistet also furchtbare Arbeit.
Christopher Lambert, der mal wieder einen verzweifelten Versuch startet, an den Erfolg von "Highlander" anzuknüpfen und seine, vor die Hunde gehende Karriere vielleicht doch noch zu retten, wirkt gelangweilt. Er spielt sein Pflichtprogramm vor und zeigt ein bisschen Routine bei den Kampf-Szenen und beweist eindrucksvoll, dass er momentan zu Recht in der Versenkung verschwindet. Rhona Mitra zeigt sich die ganze Zeit über mit einem besonders tiefen Ausschnitt, vermutlich in der Hoffnung, dass niemand ihre missratene Mimik zu sehen bekommt. Lambert und Mitra passen wirklich hervorragend zusammen, denn beide sind im selben Maße unterirdisch. Immerhin kann Götz Otto eine einigermaßen solide Arbeit leisten. Der Cast ist also schlecht.
Fazit:
Christopher Lambert wollte wohl mal wieder "Highlander" spielen, wirkt aber dennoch gelangweilt. Der Film an sich ist grausam, angefangen beim schwachen Drehbuch, bis hin zum unterirdischen Unterhaltungswert. Leider zeigt der Film, der ganz offensichtlich missglückt ist, überhaupt keine Eigen-Ironie. Zu allem Überfluss ist die Musik absolut unpassend und die Effekte unglaublich unspektakulär. Stellenweise wird es dann aber so peinlich, dass der Film schon wieder ungewollt amüsant wirkt. Deshalb gibt´s von mir auch einen Gadenpunkt über dem Minimum.