Mark Leahy und David Chappe drehen das epische Heldengedicht "Beowulf" durch den Fleischwolf und machen daraus einen kruden Mix aus Fantasy, Action und Horror. Für Regisseur Graham Baker (Alien Nation - Spacecop L.A. 1991, Born to Ride) war es das Karriere-Aus und Christopher Lambert (Highlander, Fortress - Die Festung) gelingt es mit weißer Matte auch nicht, um die Gunst des Zuschauers zu buhlen.
Als Beowulf wird er von der Finsternis magisch angezogen, ausgestattet mit einem beachtlichen Waffenarsenal landet er auf einem Außenposten. Dieser wird auch noch belagert, den Grund dafür erfahren wir nicht mal. Jedenfalls treibt innerhalb der Burg ein blutrünstiger Dämon sein Umwesen, Hrothgar (Oliver Cotton) und sein bester Krieger Roland (Götz Otto) sind völlig machtlos. Nur Beowulf ist dem Dämon gewachsen und der nimmt den Kampf auf.
Die Story kann man in die Tonne kloppen, wer ein wenig die Vorlage kennt weiß sofort, dass Grendel hier sein Umwesen treibt. Der ist hier eine Art Dämon, den der Zuschauer aufgrund seiner Rüstung immer nur verschwommen sieht. Was er mit dem zahlreichen Morden in der Burg bezweckt und warum er Hrothgar und dessen vollbusige Tochter Kyra (Rohna Mitra) immer verschont, lässt sich leicht erraten.
Sein ganzes Pulver verschießt der Film schon zu Beginn, denn hier gibt es die beste Kampfszene. Unser Held versucht eine Außreißerin der Burg zu beschützen und fräst sich dabei durch ganze Gegnerscharen. Dabei kommen auch viele altmodische Waffen zum Einsatz und wenn Beowulf beidhändig mit zwei Armbrüsten um sich schießt, sieht das schon cool aus, genauso wie das überdimensionale Rasiermesser, welches die Belagerer der Burg für ihre Hinrichtungen verwenden. Daneben holt sich Grendel in regelmäßigen Abständen seine Opfer, doch diese Szenen sind weder spannend, blutig oder gut inszeniert. Beowulf hat zwar nach zehn Minuten schon mit der Jagd begonnen, trotzdem herrscht hier pure Langeweile.
Das mag auch an Bremskötzen liegen, wie den Rivalitäten zwischen Beowulf und Roland. Schon ewig ist Roland scharf auf Kyra, der man den ganzen Film gut ins Dekoltee schauen kann. Dann wäre da Hrothgar, der jede Nacht seine erotischen Träume hat und er ist der Einzige, welcher über Grendel Bescheid weiß. Doch anstatt zu versuchen seine Mannen zu retten, überlässt er sie Tag für Tag dem gefräßigen Grendel. Wer jetzt wenigstens auf ein paar Goreeffekte hofft, zieht ebenfalls eine Nullnummer, denn die Morde werden immer nur angedeutet, das mehr oder minder blutige Resultat ist dann meistens zu sehen.
Ansonsten verknallt sich Kyra in Beowulf, dessen Charakter immerhin halbwegs interessant ist. Seine traurige Vergangenheit wird sehr langsam aufgedeckt und Lambert kann man hier eigentlich keine Vorwürfe machen, obwohl er bei den Kampfszenen oft gedoubelt wird. Aber ein normaler Schauspieler kann eben nicht Saltos in Massen schlagen und meterhoch durch die Lüfte springen, wie ein Dopsball. Und auch wenn es zu einigen Konfrontationen mit Grendel kommt, so sind diese nicht immer gut anzuschauen. Richtig gefightet wird sehr wenig, dafür bekommen wir die Technobeats nur so um die Ohren gehauen. Eine düstere Grundstimmung will Baker einigermaßen gelingen, doch andererseits ist der Film dermaßen CGI-verseucht, dass man selbst hier heftige Abstriche hinnehmen muss. Selbst bei der Kulisse, besonders die Außenansicht der Burg, hat man nachgeholfen und das sieht selbst das ungeübte Auge sofort.
Die Darsteller kurbeln stur ihre Rollen runter, ohne Akzente zu setzen. Lambert schlägt sich ganz wacker, Rhona Mitra (Doomsday, Skinwalkers) sieht immerhin gut aus, während der Deutsche Götz Otto (Der Morgen stirbt nie, U-900) mit seiner einfältigen Rolle nur dumm aus der Wäsche schaut.
Die Handlung ist stark verbesserungswürdig und auch dieser sterile Look ist mit der Zeit monoton. Mit der aufdringlichen Technomucke kann bestimmt nicht jeder etwas anfangen und viel Action hat "Beowulf" auch nicht zu bieten. Spannung und Gore sind ebenfalls Fehlanzeige, bleibt dennoch ein gewisser Unterhaltungswert und ein paar durchschnittliche Fights.