Zwei Jahre sind eine recht lange Zeit für ein TV-Sequel, vor allem wenn man diese nicht optimal genutzt hat und wieder nur Durchschnitt zu Tage fördert. Abermals lieferte Joel Blasberg (Tödliche Freiheit, Eiskalte Wut) die Story, während diesmal "Air Borne" Regisseur David Green die Inszenierung übernahm. Und noch einen kleinen Wechsel gilt es zu beachten, Daniel Baldwin wurde durch Joe Penny (Jake und McCabe, Angst) ersetzt, der für seine Rolle als Ben Fein auch ein bisschen mehr Feingefühl mit einbringt. Sonst bleibt alles beim Alten, in gewisser Hinsicht leider, denn im Endeffekt steckt in der gesamten "Family of Cops"-Trilogie deutlich mehr Potential.
Mit dem Mord an einem russischen Priester beginnt für Inspektor Paul Fein (Charles Bronson) und seine Familie der ganze Ärger. Eine deutliche Spur führt ins Milieu der russischen Mafia, doch Ben (Joe Penny) und Eddie (Sebastian Spence) mangelt es an Beweisen um Verhaftungen durchzuführen. Währendessen hat Pflichtverteidigerin Kate (Barbara Williams) mit einer Fehlentscheidung zu kämpfen und das schwarze Schaf der Familie Jackie (Angela Featherstone) hat sich entschlossen die Ausbildung der Polizei zu durchlaufen. Derweil fühlt sich die russische Mafia besonders durch Pauls Ermittlungen bedrängt und verübt einige Anschläge auf die Familie Fein. Für Paul ist das Maß bald voll, um seine Familie zu schützen entscheidet er sich für einen Alleingang.
War es im Vorgänger zumindest noch ein passabler Krimifall, so ist es hier deutlich weniger. Hinter dem Mord an dem russischen Priester steckt nicht mal ein brauchbares Motiv und die Mörder sind schnell entlarvt. Auch den Kopf der Organisation hat man schnell gefunden, gleich bei seinem ersten Auftritt ziemlich zu Beginn ist klar, dass dieser Mann Dreck am Stecken hat. Einigermaßen gelungen ist der kleine Nebenstrang mit dem 12-jährigen Kriminellen, der Kate Kopfschmerzen bereitet. Aber gerade die Ermittlungen zu diesem Mordfall ziehen sich sehr in die Länge und verlaufen uninteressant, da wir die Täter schon kennen. Somit müssen wir uns durch diverse Befragungen und verängstigte Zeugen kämpfen und genauso wichtig wie dieser Fall ist auch die Familie Fein. Pauls Schwester Shelly (Diane Ladd) ist gerade zu Besuch und wirbelt das Leben von Ben und seiner Familie gehörig durcheinander. Auch bahnen sich zwei Lovestories an, denn Kate scheint in ihrem Kollegen endlich den Mann fürs Leben gefunden zu haben und auch Anna Meyer (Kim Weeks) macht Paul schöne Augen. Jackie erbt diesmal eine mehr nebensächliche Rolle, aber sie will ihr Leben endlich in den Griff kriegen und entscheidet sich für die Police Academy.
Jedenfalls nimmt dieser Fall wieder Einfluss auf die gesamte Familie Fein, die sich bald zahlreichen Anschlägen der russischen Mafia ausgesetzt sieht. Gerade hier will der Funken nicht so recht überspringen, immerhin hat man ein wenig mehr Action zu bieten als im Vorgänger. Kleine Keilereien, ein wenig Schusswaffengebrauch und eine kurze Verfolgungsjagd zu Beginn peppen die schwache Story ein bisschen auf und besonders dürfte Bronson-Fans das Finale gefallen. Denn hier nimmt er wie wir ihn kennen das Gesetz in die eigenen Hände. Nicht ganz so skrupellos, aber er darf ein paar Hiebe austeilen und die zwei Hauptgegner über den Haufen schießen. Überhaupt ist Bronson das Zugpferd der ganzen Trilogie, trotz seines horenten Alters ist er voll bei der Sache und auch auf schauspielerischer Ebene gut im Rennen. Hier liegt auch die Stärke von "Der Beichtstuhlmörder", denn bis auf die russischen Klischeefieslinge, machen die Darsteller ihre Sache ordentlich. Doch den typischen TV-Anstrich kann auch dieser Thriller nicht leugnen. Während der nicht unbedingt vielseitige aber rein instrumentale Score noch zufrieden stellt, so hätte Green sich in Punkto Optik mehr Mühe geben können.
Auf einem Niveau mit dem Vorgänger, die Story ist hier insgesamt einfallsloser, dafür gibt es ein wenig mehr Action und Bronson bekommt im Finale einen Alleingang spendiert. Trotzdem kommt man kaum über das durchschnittliche Niveau hinaus, obwohl die Darsteller eine durchweg gute Vorstellung liefern. Doch aufgrund der schwachen Story kommt "Der Beichtstuhlmörder" nicht um gewisse Durststrecken herum.