Man muß gar nicht immer in die staubigsten Videokisten greifen, um Zugang zu Schundfilmen zu erhalten, so lange Distributoren wie Troma uns Fans regelmäßig mit Erwachenenunterhaltung für den Herren mit speziellem Geschmack von fragwürdigem kulturellen Wert versorgen. Maniac Nurses Find Ecstasy - klingelts da? Muß ja, denn aus irgend einem Grund bist du, lieber Leser, ja auf dieses Review gestoßen. Auch ich kann an so einem Titel nicht vorbei gehen, obwohl mir aus Erfahrung klar ist, daß sich hinter einem solchen Reißer alles, aber auch wirklich alles verbergen kann. Nach dem Alternativtitel Bloodsucking Freaks II sollte man sich da vielleicht weniger richten und einfach der Dinge harren, die da auf einen zukommen werden. Wenn man jedenfalls mit schmucken Mädels in körperbetont geschnittener Schwesterntracht oder der Kombination aus weißer Spitze, Strapsen, Stöckeln und Maschinengewehr etwas anfangen kann, ansonsten kann man den Film getrost im Einzelhandel seiner Wahl der übrigen Kundschaft überlassen.
Wie üblich umwebt dieses Grundelement ein wirres Geflecht aus verschiedensten Einflüssen, so daß man am ehesten von einem Drama sprechen muß. Denn die nahezu ausschließlich weiblichen Bewohner eines Hospitals hören auf so illustre Namen wie Ilsa, Greta und Uschi, haben aber mit Naziploitation ebenso wenig zu tun, wie mit einem echten Lagerfilm. Viel mehr geht es um die schmucke Sabrina, ihre aufblühende Sexualität und ihre innige Beziehung zu Cheffin Ilsa, welche Greta eifersüchtig beäugt.
Perfekt geeignet um schauspielerische Defizite auszugleichen, begleitet uns ein Erzähler durch den Film, dessen schnippische Kommentare aus so manch gestreckter Szene noch eine zündende Pointe zaubern können. Für diese sorgt die aus medizinischem Personal, Prostituierten und Stripperinnen zusammengesetzte Belegschaft aber auch selbst, wenn sie auszieht und sich auszieht, um ihre Gelüste zu befriedigen. Dabei darf schonmal ein Kopf platzen oder der versehentlich gepfählte Hausmeister zur Mahlzeit gereicht werden.
Wo manch anderer Schlock mit ausgewalzten Soft Sex Szenen auf seine Laufzeit kommt, kann Maniac Nurses Find Ecstasy kleine Längen und Rhythmusstörungen im Handlungsverlauf nicht verbergen. Anhänger bestimmter Genres bemängeln, daß zwar von allem etwas dabei ist, sich aber außer Frauen in knappen Outfits kein Element klar in den Vordergrund stellt. C-Movie Kenner haben aber schon weit Schlimmeres erlebt und finden hier kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch. Echte Müllmänner können sich einer Welt, in der Babies mit Elvistattoos geboren werden eben schwerlich entziehen. Fans von Mit Motorsägen spaßt man nicht, Angel's Höllenkommando oder Die wilden Zehn müssen sowieso zugreifen.