Horror aus deutschem Lande. Und das geht in diesem Fall sogar gut........
Story:
Paula (Franka Potente) ist Medizinstudentin und erfüllt sich einen Traum, als sie zu einem Kurs in Anatomie an der Eliteuniversität in Heidelberg zugelassen wird. Kurz nach dem sie sich etwas eingelebt hat, trifft sie am Seziertisch auf einen jungen Mann der kurz vorher noch lebendig war. Sie forscht nach dem Tod des Jungen und trifft dabei auf einen Geheimbund, der Lebende für Experimente missbraucht. Allen Warnungen und Drohungen recherchiert sie weiter. Doch einige Herren haben Angst, das der Bund auffliegt und wollen Paula beseitigen...
Horror aus Deutschland sollte man mit gemischten Gefühlen angehen. Ich habe Trash pur erwartet, wurde aber positiv überrascht. Nachdem Paula in Heidelberg angekommen ist, geht es schnell flott zur Sache. Leider wird aber der Mörder zu früh bekannt gegeben. Positiv fällt vor allem der Einbau der Loge ins Gewicht. Ein interessanter Aspekt der den Zuschauer neugierig macht. Hätte man ruhig weiter ausbauen können. Das einzige was dem Film fehlt, ist der knallende Höhepunkt. Das liegt an der leider zu frühen Auflösung.
Musik:
Auf der Höhe der Zeit mit abwechselnder Chartmusik. Dabei aber nicht so vordergründig oder auffallend wie bei den amerikanischen Slashervorbildern. Auch ruhigere oder spannende Momente sind klasse untermalt. Insgesamt gut, ohne größeren Schwächen.
Atmosphäre:
Die tollen Naturaufnahmen und Bilder aus meiner Lieblingsstadt Heidelberg verpacken die Universität schon mal in ein schönes Bild. Die Szenen in der Universität sind zwar eindeutig Scream mäßig abkopiert, aber geht der Killer hier anders zur Sache. Doch auch hier wird auf dem Seziertisch kräftig gemordet und gequält. Leider sehen die Effekte dabei viel zu künstlich aus, so das keine wirklichen Schockmomente auftreten. Die Effekte werden aber sicher für ein FSK 16 so vorgewählt worden sein. Ein wenig an Spannung verliert der Film leider wegen der frühen Auflösung. Er bietet allerdings eine dezente Art an schwarzem Humor den ich ziemlich genial finde. Bei den amerikanischen Vorbildern wird da immer auf Sexwitzchen gesetzt. Des weiteren bietet die Loge einen interessante Basis der Killer. Das ist eindeutig über USA Slasherniveau. Diese können dafür aber mit mehr Spannung aufwarten. Die Kameraführung in Anatomie ist zwar verdammt gut, der letzte Schliff fehlt aber leider. Die obligatorischen Sexszenen gibt es natürlich auch hier. Finden aber diesmal nicht wie üblich im Bett statt. Die einzige Szene die mich wirklich aufgeregt hat, war die dämliche Aktion mit dem Kabel und dem Skalpell. Die, die ihn gesehen haben wissen was ich meine....
Dafür entschädigen aber die Szenen im Abspann. Danach wird sich jeder Kranke zwei mal überlegen, zum Arzt zu gehen ;-)
Schauspieler:
Franka Potente ist in meinen Augen die einzige Schauspielerin die das Talent hat so einen Film zu tragen. Mit Bravour meistert sie ihre Rolle der Screamqueen ohne viel rumschreien zu müssen. Ich hätte mir zwar ein wenig mehr Dickköpfigkeit in manchen Situationen gewünscht aber insgesamt gefiel sie mir. Den obligatorische Machospruch, nachdem sie den Killer getötet hat zeigt sie dann natürlich auch......
In weiteren Rollen sind unter anderem Holger Speckhahn und Benno Fürmann zu sehen. Die Nebendarsteller glänzen zwar nicht übermäßig, meistern ihre Rollen aber solide.
Fazit:
Insgesamt ein netter Horrorspass aus deutschem Lande, dem aber ein wenig an Spannung fehlt. Trotzdem bietet der Film mehr, als der x te Screamklon aus den USA. Über ein paar Klischees sollte man da ruhig hinwegsehen. Auch wenn er eindeutig für den Mainstream produziert wurde, sieht man ihm an, dass er nicht einfach nur heruntergekurbelt wurde. Ruhig mal anschauen, aber kein Meisterwerk erwarten.