Review

Von London nach Paris!

Nach der Lösung des „Stable Murder Case“ in der näheren Umgebung von London (ahem!) ging es für Charlie Chan im kommenden Jahr 1935 mit seinem siebten (dritten existenten) Film dann weiter mit der Reise nach Hause – und diese führt zunächst einmal über den Ärmelkanal nach Paris.

Dort erscheint er als Tourist auf Heimreise, ist aber in Wirklichkeit in London von einer Versicherungsanstalt beauftragt worden, falsche Wertpapiere einer Bank unter die Lupe zu nehmen. (Wie allgemein üblich, wird er auf den vorangegangenen Fall angesprochen, was die Kontinuität der Serie betont.) Bevor er aber von seiner Informantin die nötigen Infos bekommen kann, wird diese durch ein Wurfmesser in einem vollen Lokal ermordet.
In der Folge macht sich Chan dann mit einem jungen Angestellten auf den Weg, den Fall zu klären, bekommt dann aber überraschend Besuch seines ältesten Sohnes Lee Chan (Keye Lukes erster von mehreren Auftritten als überengagierter, aber manchmal noch sehr naiv-unerfahrener Sohn), der ihn ebenfalls unterstützt.
Eine Rolle spielt dabei anscheinend ein blinder, durch Kriegseinwirkung verkrüppelter Ex-Soldat, der zum Schlüssel des Rätsels wird, welches wirklich recht ungewöhnlich ist.

Zwei Dinge machen – neben Keye Lukes erstem Auftritt – wirklich Laune an „Paris“: der erste ist sicherlich die frühe Sequenz im Cafe Singe Bleu, wo Dorothy Appleby samt Partner ihren „Apache“-Tanz aufführt, eine hinreißend akrobatische und gleichzeitig total absurd-alberne Nummer, die man gesehen haben muss, um sie zu glauben. Die zweite Sequenz ist dann auch schon der Showdown in den geheimen Kavernen der Fälscher, die durch die Pariser Kanalisation miteinander verbunden sind und dem Ganzen ein „Dritter-Mann“-Feeling geben.
Dazu gibt es ein feines Puzzlespiel aus versteckten Hinweisen, die dann bei der überraschenden Lösung noch eine Rolle spielen.

Wie bei „London“ ist die Erwähnung von „Paris“ auch hier wieder ein reiner „selling point“, besonders viel bekommt man von der französischen Hauptstadt nicht zu sehen und die dunklen Hinterhofviertel und nächtlichen Halbweltstraßen können halt überall (ent)stehen. Aber immerhin konnte man den guten Standard von der britischen Insel auf den Kontinent retten und so kann auch dieser Chan (Nr.7) wohlwollend empfohlen werden.
(7/10)

Details
Ähnliche Filme