Aus dem Nachtbus ins samoanische Nachtleben!
Sidney Toler dritter Fall für 1946 und sein vorletzter insgesamt geriet dank eines Hauchs nachgestellter Exotik und einem recht amüsanten Dreh am Ende wieder zu einem recht erfreulichen Erlebnis.
Es war nicht das erste Mal, dass die Autoren mit einem Mord an Bord eines Schiffes eröffneten, denn das gab immer Gelegenheit für präzise Anzahl von Verdächtigen, die den Mord begangen haben könnten. Tatsächlich stirbt hier dann auch jemand durch einen Messerwurf just nach Durchtführung einer Messerwerfernummer und das ist ein hübscher Auftakt für einen inhaltlichen Standardfall, bei dem nach verschobenen Juwelen und gestohlendem Geld aus Nachkriegsbeständen gesucht wird.
Statt Mantan Moreland ist zur Abwechslung mal wieder Willie Best als Chattanooga Brown dabei und auch Victor Sen Hungs Rückkehr stellt wieder einen deutlichen Aufschwung gegenüber Benson Fong dar. Aufgrund der vielfarbigen Kulisse gelang es sogar, das Verdächtigenkabinett relativ interessant zu gestalten, wobei man in dem Fall alsbald schon nicht mehr weiß, wen man denn eigentlich noch alles verdächtigen will. Die weibliche Hauptrolle, Gloria Warren, schleppt Geheimnisse mit sich herum, zwei Beteiligte sind offene Erpresser und alsbald gibt es Trouble in flotter Tiki-Bar-Kulisse. Am Ende man dann die Frage nach dem Verdächtigen auf den Kopf, indem fast alle Beteiligten vom Anfang irgendwie Dreck am Stecken haben inclusive einiger hübscher Überraschungen und der erneuten Verwendung eines Tötungsgeräts, hier zum zielgerichteten Messerwurf.
Die Albereien sind ein wenig forciert, wobei ich stets unsicher war, welcher der „black sidekicks“ denn nun immer die rassistischere Rolle auf das Klischee geschrieben bekommen hat, aber generell hab ich es immer mehr mit Moreland gehabt, der wenigstens streckenweise den Anschein erwecken durfte, selbständig denken zu können, wenn er nicht immer so viel Angst gehabt hätte.
„Dangerous Money“ ist ein hübscher Spätfall, der mit einem abwechslungsreichen Finale aufwarten kann und sogar ein bißchen Schusswechselaction aufbietet.
Kreative Impulse waren natürlich nicht mehr wirklich von der Reihe zu erwarten, aber von allen Spätwerken ist das eins der Besseren. (6/10)