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Vom Chirurgen zum Testpiloten!

Inzwischen schrieb man Sommer 1940 und in Europa war der Krieg in vollem Gange, also wurden auch die Spionagethemen regelmäßig wieder in die Abenteuer Charlie Chans gespült.
So auch bei „Murder over New York“, der im Titel mal ganz originell auf die Nennung des Detektivs gänzlich verzichtete.
Verzichtet wurde leider auch auf Originalität, denn Neuerungen waren nach so vielen Abenteuern offenbar von der CentFox nicht mehr zu erwarten. Stattdessen wurde jetzt stabil vom Fließband produziert, nach bewährter Formel. Das bedeutete inzwischen die stete Paarung von Charlie und Sohn Jimmy, zunehmend absurde Verdächtigungen des Youngsters (der offenbar aus den ganzen Fällen so überhaupt nichts lernt) und zunehmend beißender Spott des Vaters.

Leider gilt das auch für den Fall, bei dem es mal wieder um die Enthüllung eines Meisterspions geht, der ein Testflugzeug erfolgreich sabotiert und mit Giftgas arbeitet. Überbracht wird die Botschaft von einem befreundeten Ex-Polizisten, der natürlich im Geist der Reihe wieder als Erstes sterben muss.
Passend dazu findet nebenan eine Party mit ein paar mehr oder weniger wichtigen Leuten statt, die sich mehr oder weniger originell über die Verdächtigungen aufregen.
Ergo: wirklich alles schon mal dagewesen, vom Glasbehälter mit Giftgas bis zum Testflugzeug und dem Superspion in wirklich unauffälliger Gestalt.

Das Problem: der Fall und das Skript sind so „from the mill“, dass den Autoren nicht mal interessante Nebenfiguren und Verdächtige eingefallen sind, in diesem Fall sprühen nicht mal die Verhöre Funken und niemand der Gäste sticht heraus. Marjorie Weaver macht zwar eine passable Figur und Ricardo Cortez ist eine charmante Bank (dazu noch Joan Valerie in ihrem zweiten Auftritt hintereinander), aber echte Spannung will nicht aufkommen.

Passabel gerät allein der Showdown, der mal etwas Action im Sturzflug präsentiert und eine Extrawendung obendrauf bei der Enthüllung, aber für mich war das alles Mittelmaß. Immerhin eine Abwechslung, den Kurzauftritt eines schwarzen Darstellers (diesmal Clarence Muse) nicht zu komödiantisch zu verbrämen. (5/10)

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